Fachpresse-Artikel der Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e.V. zu den Themen Wellness Plus, Deutscher Zahnärztetag, Informationszentrum Mundgesundheit & Prophylaxe, IM&P, Burning Mouth Syndrom, BMS, BZÄK, DGZMK, AMWF, Leitlinien, GOZ, Zahnärz
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Fachpresse-Artikel

SONDERMELDUNG der Sektion Zahngesundheit
im Deutschen Grünen Kreuz e. V.

Restaurative Zahnmedizin: Die antibakterielle protektive Füllungstherapie
Effektiv Kariesbakterien stoppen


(rz, Marburg, 17.10.08) Wissenschaftliche Studien belegen: 70 Prozent der zahnärztlichen Tätigkeit besteht aus dem Ersatz bestehender Füllungen u. a. aufgrund einer erneuten Kariesbildung. Für das Problem hat die Wissenschaft zwei verschiedene Ursachen ausfindig gemacht. Bei der so genannten Randspaltkaries (Sekundärkaries) dringen schädliche Bakterien von außen in die Kavität ein und setzen sich in den Übergang von der Füllung zur Zahnhartsubstanz. Das Kariesrezidiv wird verursacht durch Bakterien, die nach der Präparation in der Kavität verblieben sind. Diese wiederum können häufig mit Hilfe von antibakteriellen Komponenten vermieden werden. Beide Aspekte bedeuten für die Adhäsivtechnologie eine große Herausforderung. Seit wenigen Jahren stellt die Verwendung eines antibakterielll wirkenden MDPB Monomers als Adhäsiv einen neuartigen Ansatz dar. Diese Therapie zielt darauf ab, das mit Bakterien infizierte Dentin zu desinfizieren und damit die natürlichen Prozesse der Geweberegeneration der Pulpa zu unterstützen.

Das Problem
Zu den relevanten Kariesverursachern zählen S. mutans, S. sobrinus und L. acidophilus, welche durch ihr Eindringen in das Zahndentin dieses infizieren und so die Zahnsubstanz auflösen.  Traditionell wird bei einer Füllungstherapie angestrebt, das infizierte Dentin zu entfernen. Jedoch gehen wissenschaftliche Meinungen davon aus, dass dies häufig nicht oder nur unter umfangreichen Verlust von gesunder Zahnsubstanz gelingt und Mikroorganismen am Kavitätenboden bzw. in den Dentinkanälchen verbleiben. Deshalb setzen heute zahlreiche Zahnärzte auf die Desinfektion der Kavität. Eine bundesweite Umfrage unter Zahnärzten hat 2004  ergeben, dass das bevorzugte Mittel der Wahl die Phosphorsäure im Rahmen der Total-Ätz-Technik auf Schmelz und Dentin ist gefolgt von Wasserstoffperoxid (H2O2). Chlorhexidin, Alkohol und Ozon werden ebenfalls oft verwendet. Eine Studie der Universität Regensburg  hat Mithilfe des so genannten Agar-Diffusions-Tests die antibakterielle Wirksamkeit untersucht und festgestellt: Phosphorsäure, Fluoride, H2O2- und CHX Spülungen wirken in der Kavität nicht zuverlässig antibakteriell. So können Mikroorganismen durchaus das saure Milieu der Phosphorsäure überleben. Auch die anderen Spülungen wirken nur eingeschränkt auf die Bakterienstämme.

Füllungstherapie mit einem antibakteriellen Adhäsiv
Seit wenigen Jahren steht ein antibakteriell wirkendes Monomer als Bestandteil eines Adhäsivs zur Verfügung. Dieses MDPB-Monomer  enthält neben einer polymerisationsfähigen Gruppe  eine antibakterielle Pyridinium Gruppe.

Wie funktioniert die antibakterielle Wirkung? Die Pyridiniumgruppe des MDPB-Monomers ist positiv geladen. Durch eine Anlagerung an die negativ geladene Zellwand der Bakterien wird ein Ungleichgewicht der elektrischen Ladungen erzeugt und die Zellwand zerstört. Dieser Prozess ist auch als Bakteriolyse bekannt, bei dem die Bakterien abgetötet werden.

Nachgewiesen ist diese Wirkung gegenüber den relevanten Kariesverursachern S. mutans, S. sobrinus und L. acidophilus.  Trotzdem zeigt das Molekül keinen unerwünschten zelltoxischen Nebeneffekt. Es wird davon ausgegangen, dass die antibakteriell wirksame Gruppe durch die Polymerisation immobilisiert wird. Dies wiederum verhindert eine unkontrollierte Diffusion des Monomers in die Pulpa. Sie bleibt ungeschädigt. Durch die Polymerisation der Bondingschicht wird das MDPB Monomer immobilisiert und in die aktiven Bestandteile zerlegt. Jedoch dringt es dabei nicht in das Dentin ein, so dass der körpereigene Abwehrmechanismus der Pulpa gegen die Karies unterstützt wird.
 
Forschung gestern, heute und morgen
Während der vergangenen 20 Jahre hat sich die Forschung und Entwicklung im Bereich der Adhäsivtechnologie in erster Linie auf die Optimierung der Haftwerte konzentriert. Damit hat die restaurative Zahnmedizin den mechanischen Aspekt in den Fokus gerückt. Seit wenigen Jahren orientiert sich die Forschung in der restaurativen Zahnmedizin immer enger an der Medizin. In der restaurativen Zahnmedizin spielen jetzt auch biologisch präventive Gedanken eine Rolle. Dabei werden zum Beispiel mikrobiologische Faktoren untersucht, die bei der Entstehung von Karies eine Rolle spielen. Die Entwicklung des Monomer MDPB hat solche Gesichtspunkte aufgegriffen und zeigt einen neuen Ansatz in der modernen Adhäsivtechnologie.


Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie 2008

Vom 26. bis 27. September findet die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie 2008 im CongressCenter Nürnberg in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin statt. 

Thema der Tagung ist "Orale Medizin – die Mundhöhle ein Spiegel der Allgemeingesundheit"

Auskunft und Anmeldung:
dgp Service GmbH
Clermont-Ferrand-Allee 34
93049 Regensburg (Germany)
Telefon +49 (0)941-94 27 99 0
Fax +49 (0)941-94 27 99 22
info(à)dgp-service.de

Weitere informationen: www.dgparo.de


1. Intersisziplinäre Tagung "Dentoalveoläre Traumatologie"

Vom 20. bis 22. Juni 2008 findet in Bonn die 1. Intersisziplinäre Tagung "Dentoalveoläre Traumatologie" statt.
 
Zahn- und Kieferverletzungen sind häufig, komplex und variabel. Eine adäquate Behandlung setzt ausreichendes Wissen aus allen zahnmedizinischen Fachgebieten voraus.
Die spezielle Situation verletzter Zähne unterscheidet sich deutlich von der anderer Zahnerkrankungen. Insbesondere die mögliche Interaktion zwischen Endodont und Parodont kompliziert die Heilung. Die Verletzungsfolgen können aus medizinischer, psychologischer und ästhetischer Sicht dramatisch sein. Zahntraumata verursachen sehr hohe Kosten.

Die Zahn-, Kieferverletzungen werden von wissenschaftlicher Seite kaum fokussiert. Die Lehre wird dadurch erschwert, dass Zahn-, Kieferverletzungen in ihrer Komplexität häufig alle Disziplinen der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde fordern, der interdisziplinäre Austausch aber nicht überall ausreichend etabliert ist. Es ist aber der fachübergreifende Austausch, der die Dentoalveoläre Traumatologie weiter voranbringt und neue Impulse setzt.

Durch die Variabilität werden die einzelnen Verletzungstypen nicht so häufig in der Praxis gesehen, dass Zahnärztinnen und Zahnärzte Routine in Diagnostik und Behandlung aufbauen könnten. Erhebliche Erweiterungen des Wissens in den letzten Jahren sind zudem noch nicht ausreichend bis in die Praxis durchgedrungen. Sehr schnell werden die Grenzen des eigenen Wissens und Könnens erreicht.

Mit der Durchführung dieser Tagung haben sich die Veranstalter zwei Ziele gesetzt. Sie soll einerseits mit praktischen Hinweisen den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen helfen, dentoalveoläre Verletzungen adäquat behandeln zu können, mit dem Ziel eines dauerhaften und komplikationsfreien Zahnerhaltes. Das gilt insbesondere für die Kinder und Jugendlichen, für die im Wachstumsalter oft keine definitiven Behandlungen nach Zahnverlust möglich sind.
Die Tagung soll aber auch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen für einen fachübergreifenden Austausch zusammenbringen.

Weitere Informationen:

Priv.-Doz. Dr. Yango Pohl
Poliklinik für Chirurgische Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Welschnonnenstraße 17
53111 Bonn
E-Mail: info(à)zahntraumatagung.de
Telefon: 0228 287 22330
Fax: 01212 5 216 21 463 oder 01803 551 844 854

www.zahntraumatagung.de



Zahnärztliche Behandlung - Chance zur Raucherintervention nutzen

BZÄK und Deutsches Krebsforschungszentrum informieren durch gemeinsame Patientenaufklärung

(bzäk, Berlin, 27. Mai 2008) Die Funktion des Zahnarztes beim Thema Rauchen / Raucherentwöhnung spielt eine zunehmend wichtigere Rolle: 76 Prozent der Erwachsenen und 66 Prozent der Jugendlichen gehen regelmäßig zur zahnärztlichen Kontrolluntersuchung* (mindestens einmal pro Jahr). Durchschnittlich 90 Prozent der in der Vierten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS IV) Befragten gehen immer zum selben Zahnarzt. Dieses Vertrauensverhältnis ist wichtige Basis für eine gute Mundgesundheit und bietet gleichzeitig gute Chancen gesundheitsbewusstes Verhalten zu fördern. Damit haben der Zahnarzt und sein Behandlungsteam gute Möglichkeiten, auch bei der Raucherentwöhnung eine wichtige Rolle zu übernehmen. Raucher haben nicht nur ein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen,  insbesondere auch der Mundhöhle, sondern sind auch vermehrt von schweren Parodontalerkrankungen betroffen. "Wer raucht verliert seine Zähne früher", erklärt der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Dietmar Oesterreich, anlässlich des Weltnichtrauchertages. "Mit durchschnittlich 10.000 Krebsneuerkrankungen der Mundhöhle pro Jahr und einer nach wie vor schlechten Prognose dieser Erkrankungen, muss die Aufklärung über einen wichtigen Risikofaktor wie das Rauchen Bestandteil der Beratung durch das zahnärztliche Team sein. Auch die hohe Anzahl der Parodontitiserkrankungen zwingt zur Raucherintervention, möglichst zu einem frühen Zeitpunkt", so Oesterreich weiter.

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) setzt sich schon seit Jahren verstärkt mit dem Thema Rauchen / Tabak und Mundgesundheit auseinander. Neben eigenen Informationen wie dem Policy Statement zum Thema Tabak und orale Gesundheit gibt die BZÄK immer wieder ihre fachliche Unterstützung für öffentlichkeitswirksame Patienteninformationen. Zuletzt dem Deutschen Krebsforschungszentrum zum Auftakt der Rauchstopp-Kampagne "Rauchfrei 2008" für das Faktenpapier "Rauchen und Mundgesundheit".

Alle Informationen sind auf der Homepage der Bundeszahnärztekammer www.bzaek.de in der Rubrik Patienteninformationen abrufbar.

*Vierte Deutschen Mundgesundheitsstudie Studie (DMS IV) des Instituts der Deutschen Zahnärzte


Pressekontakt
Jette Krämer
Telefon: 030 40005-150
presse(à)bzaek.de



Effiziente elektrische Reinigungstechnologie bestätigt

DGZMK bescheinigt oszillierend-rotierendem Putzsystem Überlegenheit gegenüber Handzahnbürste


Zahnärzte warnen vor den Folgen einer falschen Gebührenordnung und stellen sich Strukturwandel in der Versorgungslandschaft

Deutscher Zahnärztetag 2007
Von links: Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Prof. Dr. Dr. h.c. Georg Meyer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) und Dr. Jürgen Fedderwitz vom Vorstand der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) während der Pressekonferenz in Düsseldorf anlässlich des Deutschen Zahnärztetages.

Deutscher Zahnärztetag in Düsseldorf / BZÄK und DGZMK kritisieren Ministeriums-Entwurf / KZBV will neue Wege am Versorgungsmarkt nutzen

- Gemeinsame Presseerklärung von BZÄK, DGZMK und KZBV zum Deutschen Zahnärztetag 2007 -

(Düsseldorf, 23. November 2007) Die deutschen Zahnärzte warnen vor den Auswirkungen, die eine rein vom Bundesgesundheitsministerium diktierte neue Gebührenordnung (GOZ) für Praxis und Patienten hätte. Sie setzen auf eine wissenschaftlich erarbeitete Honorarordnung der Zahnärzte (HOZ). Gleichzeitig stellen die Zahnärzte sich den Herausforderungen und neuen Möglichkeiten, die der Umbruch im Gesundheitsmarkt auf den Weg gebracht hat. Anlässlich des Deutschen Zahnärztetages in Düsseldorf äußerten sich dazu der Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), Prof. Dr. Dr. h.c. Georg Meyer sowie der Vorsitzende des Vorstands der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Dr. Jürgen Fedderwitz.

Für den BZÄK-Präsidenten Weitkamp ist die seit nahezu 20 Jahren unveränderte geltende GOZ ein marodes Übel: „Diese GOZ basiert nicht mehr auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und lässt die Weiterentwicklung zahnmedizinischer Behandlungsmethoden völlig außer Acht. Sie basiert auf veralteten Schätzungen und Stichproben. Das klingt abenteuerlich – aber das ist Abrechnungs-Realität für die Zahnärzteschaft in Deutschland. Abgesehen davon, sind neue Behandlungsmethoden und verbesserte Techniken, die den Patienten zu Gute kommen, mit der derzeitigen Gebührenordnung nicht vereinbar. Während die GOZ seit 1988 unverändert fortbesteht, haben sich beispielsweise die Kosten auf dem Dienstleistungssektor in diesem Zeitraum über 50 Prozent erhöht.

In einer außerordentlichen Bundesversammlung hat die BZÄK in diesem Jahr den Entwurf einer ‚Honorarordnung der Zahnärzte‘ verabschiedet – die HOZ. Die HOZ – das ist unser konstruktiver Beitrag für ein neues Gebührenmodell. Die HOZ basiert nicht auf veralteten Schätzungen, sondern auf seriösen Gutachten. Sie orientiert sich am Alltag und am tatsächlichen Bedarf der Zahnmediziner. In erster Linie ist die HOZ aber das geeignete Mittel gegen die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums. Vor allem auch um der drohenden BEMAtisierung der GOZ etwas entgegenzusetzen.“

Als Vertreter der zahnmedizinischen Wissenschaften pflichtet der Präsident der DGZMK, Prof. Meyer, dem BZÄK-Präsidenten bei: „Die DGZMK sieht die Neubeschreibung einer präventionsorientierten Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde und die daraus resultierende HOZ als einvernehmliches und zukunftsfähiges Modell von Standespolitik und Wissenschaft. Da ist es schon in hohem Maße bedauerlich, erleben zu müssen, mit welcher fast beleidigenden Ignoranz die Gesundheitspolitik unsere fairen, praktikablen und zukunftsträchtigen Modelle konterkariert. Darüber hinaus ist es auch aus Sicht der Wissenschaft bedenklich, wenn in einer neuen GOZ gewisse Resträume bei der Honorargestaltung eingeschränkt oder gar abgeschafft werden. Die Vergangenheit zeigt eindeutig, dass viele wissenschaftliche Innovationen allein auf dieser Basis eingeführt wurden. Die aus dem Bundesgesundheitsministerium bekannten Vorschläge für eine neue GOZ haben deshalb auch den geschlossenen Widerstand der Hochschullehrer und vieler Fachgesellschaften hervorgerufen.“

Der KZBV-Vorsitzende Dr. Jürgen Fedderwitz warnt davor, dass eine Demontage der privaten Gebührenordnung gesetzlich Krankenversicherten den Zugang zu innovativen Behandlungsmethoden versperren könnte, betont aber zugleich, dass der Berufsstand sich neuen Herausforderungen stellen muss: „Im zahnärztlichen Versorgungsmarkt ist ein Strukturwandel in vollem Gange. Die Formen der zahnärztlichen Berufsausübung differenzieren sich, und die Konkurrenz wird härter. Neben die Einzelpraxis treten immer mehr Gemeinschaftspraxen. Seit Jahresbeginn können Zweigpraxen und Berufsausübungsgemeinschaften über mehrere Standorte hinweg gegründet werden. Der Kassenzahnarzt entwickelt sich weg vom Einzelkämpfer und hin zum sozialen Wesen, arbeitet häufiger als Angestellter und in Verbünden. Hinzu kommt, dass Zahnarzt und Krankenkasse jetzt auf direktem Weg Einzelverträge miteinander abschließen können. Da werden ganz neue Wege beschritten, die den Wettbewerb auch zwischen den Praxen verschärfen.

Wenn der Versorgungsmarkt neue Wege geht, müssen wir, die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen, Schritt halten. Wir sind und bleiben Dienstleister, aber Zahnärzte brauchen morgen andere Dienstleistungen von uns als gestern und heute. Deshalb denken wir über Servicegesellschaften nach, die in Zukunft zum Beispiel das Selektivvertragsgeschäft managen können. Wenn wir die Praxen mit dem Vertragsgeschäft allein lassen, werden sie von großen Versicherern mit überbordender Marktmacht an die Wand gespielt. Deshalb heißt es: Handeln.“


Startet den Datei-DownloadStatement Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, Präsident der Bundeszahnärztekammer

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Statement Prof. Dr. Dr. h. c. Georg Meyer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde


Startet den Datei-DownloadStatement Dr. Jürgen Fedderwitz, Vorsitzender des Vorstands der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung


StuDent: Neues Lehr- und Lernprogramm für zahnmedizinische Fakultäten in Deutschland

StuDent: Neues Lehr- und Lernprogramm(Unterhaching, Oktober 2007) Rechtzeitig zu Beginn des Wintersemesters startet Wrigley Oral Healthcare Programs die Initiative StuDent – ein Lehr- und Lernprogramm rund um das Thema „Speichel & Mundgesundheit“.

Ziel der Initiative ist es, die Präventionsorientierung in der zahnmedizinischen Berufsausbildung zu fördern. Ende Oktober 2007 erhalten alle Dozenten für Zahnerhaltungskunde die Vorlesung „Speichel & Mundgesundheit“ sowie zum selben Thema das examensvorbereitende Skript für Studenten. Zusätzlich geht das Skript allen zahnmedizinischen Fachschaften in Deutschland zur Veröffentlichung auf ihrer Website zu.

Um eine lehrplangerechte und lernfreundliche Aufbereitung der Thematik sicherzustellen, konnte Wrigley Oral Healthcare Programs die Mitwirkung von Hochschullehrern und Studenten aus ganz Deutschland gewinnen. So zeichnen als Autoren für die Vorlesung Prof. Dr. Dr. Lutz Stößer aus Jena und für das Skript Prof. Dr. Joachim Klimek aus Gießen verantwortlich, letzterer unter der Mitwirkung eines renommierten Herausgebergremiums: Prof. Dr. Detlef Heidemann (Frankfurt), Prof. Dr. Elmar Hellwig (Freiburg), Prof. Dr. Reinhard Hickel (München), Prof. Dr. Andrej Kielbassa (Berlin), Prof. Dr. Adrian Lussi (Bern, Schweiz), Prof. Dr. Georg Meyer (Greifswald), Prof. Dr. Stefan Ruhl (Buffalo, USA), Prof. Dr. Dr. Hans Jörg Staehle (Heidelberg) und Prof. Dr. Dr. Lutz Stößer (Jena).

Zum Start von StuDent unterstreicht Professor Klimek die wachsende Bedeutung der Kariesprävention: „Im Zuge des demografischen Wandels unserer Gesellschaft, in der sich immer mehr gesundheitsbewusste Menschen gesunde Zähne bis ins hohe Alter erhalten wollen, rückt die Präventionsorientierung in der Berufsausübung des Zahnarztes und damit auch die Bedeutung des Speichels als natürlicher Prophylaxefaktor in der Mundgesundheit immer mehr in den Fokus. Diesen Stellenwert gerade in einer ganzheitlich orientierten dentalmedizinischen Ausbildung zu stärken, ist das Hauptanliegen der Initiative StuDent.“

Jutta Reitmeier, Leiterin von Wrigley Oral Healthcare Programs Germany, erwartet eine gute Akzeptanz durch den bundesweiten Einsatz der Materialien bei den zahnmedizinischen Dozenten und Studenten: „Wir werden auf der Basis der Rückmeldungen von Lehrenden und Studierenden die Initiative StuDent stetig weiter entwickeln und so unseren Beitrag zur Förderung einer prophylaxeorientierten Ausbildung der Zahnmediziner in Deutschland leisten.“


Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

kommed
Dr. med. Barbara Bethcke
Ainmillerstraße 34
80801 München
Telelon 0 89 38 85 99 48
Fax 0 89 33 03 64 03
e-mail: bb(à)kommed-bethcke.de

Fit für die Zukunft:
Curriculum „Alterszahnmedizin-Pflege“ öffnet neue Perspektiven

APW und DGAZ bieten in neun Tagen ein Programm mit allen wesentlichen Aspekten zur Behandlung und Pflege von Senioren

Düsseldorf. Der demographische Wandel und seine Auswirkungen auf den Gesundheitsmarkt werden zwar immer wieder als Rechtfertigung für politische Zwangsmaßnahmen zur Kostendämmung angeführt. Die angemessene Versorgung einer wachsenden Klientel von älteren und alten Mitmenschen in unserer Gesellschaft gerät aber allenfalls über fiskalische Diskussionen zur Pflegeversicherung in den Blickwinkel der Öffentlichkeit. Dabei ist die angemessene Versorgung der Pflegebedürftigen und Alten mehr als eine lästige Pflichtaufgabe oder eine Frage der Praxis-Ethik. Sie stellt für den Zahnmediziner auch einen immer wichtiger werdenden Wirtschaftsfaktor dar, den er nicht ignorieren kann. Den richtigen Angang und alle wesentlichen Aspekte einer Alterszahnmedizin und –pflege vermittelt das Curriculum „Alterszahnmedizin“ mit dem Schwerpunkt „Pflege“, das von der Deutschen Gesellschaft für Alterszahn-Medizin (DGAZ) sowie der Akademie Praxis und Wissenschaft (APW) angeboten wird. Das Curriculum startet im Januar 2008, Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Das federführend von Prof. Dr. Christoph Benz (Uni München) und PD Dr. Ina Nitschke (Uni Leipzig, Zürich) zusammengestellte Programm des an neun Tagen mit insgesamt 72 Fortbildungsstunden konzipierten Curriculums stellt eine in sich geschlossene Folge von Aufbaukursen dar. Dabei kommen Theorie und Praxis zur Anwendung, einzelne Abschnitte werden teilweise auch als Teamkurse für das Praxispersonal angeboten. Eine Lernzielkontrolle nach Abschluss eines jeden Kursabschnitts sowie ein Referat zu eigenen Behandlungsfällen und –konzepten zum Abschluss des Curriculums stellen den gewünschten Lernerfolg sicher. Die erfolgreiche Abschlussprüfung in Form eines Kollegengespräches mit einem von der DGAZ bestimmten Kollegium mündet in die Verleihung eines entsprechenden Zertifikates. Bei vollständigem Absolvieren aller neun Veranstaltungstage werden insgesamt 91 Fortbildungspunkte vergeben.

Nach einer Einführung, die sich mit Alternsveränderungen und Alterserkrankungen beschäftigt, folgt das „Geriatrische Assessment“ zu Alternsverändungen im Mundraum. Im weiteren Schritt stehen praktische Übungen im geriatrischen Krankenhaus sowie die prothetische Versorgung und Implantatversorgung im Mittelpunkt. Neben Juristischen Implikationen und grundsätzlichen Voraussetzungen für den Umgang mit alten Menschen spielt natürlich auch eine Betrachtung der Ernährung im Alter eine wichtige Rolle. Darüber hinaus wird die intensivmedizinische Betreuung älterer Menschen vorgestellt. Besonders wichtig in der Alterszahnheilkunde ist die Prävention bis hin zum Zahnerhalt im Alter, hier werden auch mobile Konzepte präsentiert. Praktische Erfahrungen in einer Pflegeeinrichtung öffnen den Horizont über die rein zahnmedizinische Betrachtung hinaus. Weitere Einblicke in den Pflegealltag, in Strukturen und Aufsichtsgremien, Abrechnungsgundlagen und Tipps zu Verhandlungen mit Krankenkassen und Heimträgern runden das umfassende Programm ab.

Die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft stellen auch der Zahnmedizin und der damit verbundenen Pflege neue Aufgaben. Sie bieten aber auch neue Chancen. Das Curriculum von DGAZ und APW „Alterszahnmedizin-Pflege“ macht die Absolventen fit für diese Zukunft.



Kontakt:

APW
Akademie Praxis und Wissenschaft 
Liesegangstr. 17 a
40211 Düsseldorf
www.apw-online.com
Telefon 0211 66 96 73 0


Präventionsorientierte Praxiskonzepte: Vorteile für Patienten und Zahnärzte

(rz, Marburg, 18. Juli 2007) Die Zahnheilkunde hat in den vergangenen Jahren einen deutlichen Wandel vollzogen: weg von der Spät- und Defektversorgung hin zu einer präventiven, minimalinvasiven Ausrichtung. Im Mittelpunkt stehen die lebenslange Begleitung, Motivation und Förderung des eigenverantwortlichen Verhaltens der Patienten sowie eine präventionsorientierte, ursachengerechte und zahnsubstanzschonende Behandlung. Auch in Zeiten zunehmender Kostendiskussion im Gesundheitswesen erhält eine moderne, prophylaxeorientierte Zahnheilkunde eine immer größere Bedeutung im öffentlichen Fokus.
Viele Zahnarztpraxen tragen dem mittlerweile Rechnung und setzen auf ein systematisches, professionelles Prophylaxekonzept, in das zunehmend auch Prophylaxeassistentinnen und Dentalhygienikerinnen eingebunden werden. „Aufgrund ihrer Qualifizierung decken Dentalhygienikerinnen das Behandlungsspektrum von der Beratung, über Tipps und Anleitung zur Zahnpflege und Mundhygiene zu Hause bis hin zur Professionellen Zahnreinigung (PZR) und der Entfernung klinisch erreichbarer Konkremente - insbesondere bei Patienten mit schwerer Parodontitis - ergänzend zum behandelnden Zahnarzt ab“, so Sylvia Fresmann, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Dentalhygieniker / -innen (DGDH). In den mehr als 56.000 Zahnarztpraxen [1] in Deutschland sind nach Angaben der DGDH etwa 400 Dentalhygienikerinnen angestellt. Darüber hinaus gibt es in Deutschland etwa 15.000 Prophylaxeassistentinnen, die bei der Karies- und Parodontitisprophylaxe bei Kindern und Jugendlichen sowie bei Erwachsenen und Senioren eingesetzt werden.
Die Erfolge präventionsorientierter Praxiskonzepte zeigen sich unter anderem in den Ergebnissen der Vierten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS IV): „Dank erfolgreicher Prävention und präventionsorientierter zahnärztlicher Versorgung hat sich die Mundgesundheit der Deutschen generell deutlich verbessert. Mit dem zunehmenden Zahnerhalt ist andererseits auch eine Zunahme von Parodontalerkrankungen und Wurzelkaries bei Erwachsenen und Senioren verbunden. Gleichzeitig verzeichnen wir eine Schieflage in der Erkrankungsverteilung über alle Altersgruppen hinweg. Dies macht deutlich, dass der Ausbau vorsorgeorientierter Betreuungskonzepte auch zukünftig dringend notwendig ist“, erklärt Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), niedergelassener Zahnarzt und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e. V.

Eng verbunden mit einem prophylaxeorientierten Praxiskonzept sind minimalinvasive Diagnose- und Therapiemethoden. Neben der Vorbeugung ist eine frühe Erkennung und schonende Behand-lung von Zahn- und Munderkrankungen von zentraler Bedeutung für die lebenslange Erhaltung der natürlichen Zähne. Vor allem in der Diagnose und Therapie von Karies und parodontalen Erkrankungen hat es in jüngster Zeit viele innovative Entwicklungen gegeben.

Bei klinischer Unsicherheit über das Vorhandensein von Karies können laserbasierte fluoreszenzdiagnostische Verfahren beispielsweise den Zahnarzt beim Finden von Approximal-, Fissuren- und Glattflächenkaries wie auch bei der Detektion von Konkrementen in Parodontaltaschen unterstützen. Bei Verdacht auf klinisch nicht erkennbare Approximalkaries, können zur Absicherung der Diagnose jedoch nach wie vor Röntgenaufnahmen angezeigt sein.

Beim fluoreszenzdiagnostischen Verfahren wird die unterschiedliche Fluoreszenz gesunder und erkrankter Zahnsubstanz genutzt. Kleinere kariöse Läsionen vor allem im Fissuren und Glattflächenbereich können in der Regel zuverlässig und ohne Strahlenbelastung für den Patienten angezeigt werden. Da die Kariesentwicklung mit festen und numerischen Werten kontrolliert und protokolliert werden kann, bietet dieses Verfahren dem Zahnarzt auch eine diagnostische Hilfe zur Beurteilung der Läsion insbesondere bei Fissurenkaries. Neuere und noch in der wissenschaftlichen Bewertung befindliche Verfahren wie etwa eine Behandlung mit Ozon und anschließender Intensivfluoridierung bieten die Möglichkeit, einen invasiven Eingriff risikolos aufzuschieben oder gar ganz zu vermeiden. Insgesamt kann durch die Früherkennung und regelmäßige Vorsorgeuntersuchung der Einsatz schmerzhafter Behandlungsformen reduziert werden. Dies wiederum wirkt sich positiv auf das Vertrauensverhältnis zwischen Zahnarzt und Patient und damit auch auf die Patientenbindung an die Praxis aus.

Auch in der Kariestherapie gewinnen laserbasierte Verfahren an Bedeutung: Auf der Internationalen Dentalschau (IDS) 2007 wurde ein neues Kontakthandstück für Hartgewebslaser vorgestellt, das im direkten Kontakt zur Zahnoberfläche den taktilen Abtrag kariöser Zahnsubstanz ermöglicht. Klinische Untersuchungen werden die Entwicklung verfolgen.

Die konventionelle Behandlung mit Hand- oder Ultraschall-Instrumenten ist in der Parodontaltherapie nach wie vor das Mittel der Wahl. Daneben wird schon seit einigen Jahren auch die Laserkürettage angewendet. Auch hier besteht die Möglichkeit, den Scaling-Prozess mit fluoreszenzdiagnostischen Verfahren zu kombinieren. Histologische Studien belegen, dass mit diesen Geräten eine weitgehend atraumatische Reinigung der Wurzeloberfläche möglich ist [2]. Weitere Studien müssen gleichwertige Erfolge dieser Therapiemethoden nachweisen.

Da gerade bei Parodontalerkrankungen der Heilungsprozess und die Vorbeugung einer erneuten Entzündung entscheidend von der Compliance des Patienten abhängen, ist die Motivation des Patienten zu einem eigenverantwortlichen Verhalten, die Anleitung zu einer effektiven Zahn- und Mundhygiene zu Hause und die regelmäßige weitere Betreuung durch das zahnärztliche Team besonders wichtig. Prophylaxeorientierte Praxiskonzepte gewinnen daher gerade im Hinblick auf die Zunahme von Parodontalerkrankungen eine immer größere Bedeutung.

„Neben der zahnmedizinischen Betreuung sollte die Information, Aufklärung und konkrete Anleitung zur Verhaltensänderung integraler Bestandteil aller zahnärztlichen Leistungen sein. Dies trägt nicht nur wesentlich dazu bei, Zahn- und Munderkrankungen vorzubeugen, sondern wirkt sich auch positiv auf die Patientenbindung an die Praxis aus und kommt so letztlich auch dem Zahnarzt zugute“, sagt Dr. Lutz Laurisch, Prophylaxepraxis Korschenbroich, einer der Pioniere in der erfolgreichen Umsetzung eines prophylaxeorientierten Praxiskonzeptes in Deutschland.

Weitere detaillierte Verbraucherinformationen über minimalinvasive Diagnose- und Therapieverfahren auch auf www.dergesundezahn.net

Literatur

1. Quelle: Bundeszahnärztekammer (2005)
2. Eberhard J, Ehlers H, Falk W, Acil Y, Albers H-K, Jepsen S: Efficiacy of subgingival calculus removal with Er:YAG laser compared to mechanical debridement: an in situ study. J Clin Periodontal 30, 511-518 (2003)


Service:

Startet den Datei-DownloadPräventionsorientierte Praxiskonzepte: Vorteile für Patienten und Zahnärzte

Eng verbunden mit einem prophylaxeorientierten Praxiskonzept sind minimalinvasive Diagnose- und Therapiemethoden.
Foto: KaVo Dental GmbH

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APW-Diskussionforum lädt zum Kollegen-Chat

(DGZMK, Düsseldorf, 12. Juli 2007) Eine virtuelle Arbeitsgemeinschaft ohne zeitliche oder räumliche Einschränkungen oder einfach ein Platz zum Meinungsaustausch auf kollegialer Ebene: das APW-Diskussionsforum lädt alle APW-Mitglieder zum freien Diskurs im Internet ein. Hier können neben fachlichen Erörterungen auch Erfahrungen zu den Seminaren der APW mit anderen Mitgliedern ausgetauscht werden. Gleichzeitig lassen sich konkrete praktische Fälle diskutieren oder unterschiedlichste Fragen stellen und beantworten. Dabei können Interessenten bestehende Diskussionen aufgreifen oder neue Themen selbst anstoßen. Aktiv chatten können in dem Forum alle APW-Mitglieder, Mitglieder der DGZMK können im Forum zwar lesen, sich aber nicht selbst beteiligen. Der Chatroom für APW- und DGZMK-Mitglieder findet sich unter der Webadresse www.apw-diskussionsforum.de. Zum Einloggen ist neben dem Namen lediglich die APW-/DGZMK-Mitgliedsnummer erforderlich. Auch Fragen an die APW selbst werden in diesem Forum schnell und kompetent beantwortet.

Pressekontakt:

Markus Brakel
Pressereferent der
Deutsche Gesellschaft für
Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde,
Liesegangstraße 17a
40211 Düsseldorf
Telefon: 0211 71 83 601
Fax: 0211 71 83 58 2


Rolle des Zahnarztes bei der Raucherentwöhnung wächst

BZÄK und Deutsches Krebsforschungszentrum planen
gemeinsame Aktivitäten zur Raucherentwöhnung in den Zahnarztpraxen

(bzäk, Berlin, 30. Mai 2007) Der Mundraum ist von den negativen Auswirkungen des Rauchens gleich mehrfach betroffen: Der Nikotin-Missbrauch verursacht orale Erkrankungen wie Parondontitis, bis hin zum Mundhöhlenkrebs oder verschlechtert deren Prognosen. "Aus zahnmedizinischer Sicht gibt es viele gute Gründe, nicht nur die Patienten über die schädlichen Wirkungen aufzuklären, sondern auch in der Raucherentwöhnungstherapie seinen Beitrag zu leisten", so der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dr. Dietmar Oesterreich, anlässlich des Weltnichtrauchertages 2007. Der Zahnarzt sei dabei schon deshalb ein wichtiger Ansprechpartner für den Patienten, weil er der am häufigsten aufgesuchten Arztgruppe angehört und Auswirkungen des Tabakmissbrauchs in der Mundhöhle frühzeitig
erkennen kann. In diesem Zusammenhang weist Oesterreich daraufhin, dass angesichts ihres besonderen Erkrankungsrisikos Raucher die halbjährliche Kontrolluntersuchung nicht nur regelmäßig in Anspruch nehmen, sondern die Kompetenz des Zahnarztes dem Patienten bei der Raucherentwöhnung zu helfen nutzen sollten.

Die BZÄK plant, gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) die Herausgabe eines entsprechenden Leitfadens für Zahnärzte zum Thema "Mundgesundheit und Tabak". "Gemeinsam wollen wir es schaffen, dass der Zahnarzt seine Chancen, in Kooperation mit anderen medizinischen Fachbereichen nutzt, um ein wichtiges Gesundheitsrisiko für medizinische und zahnmedizinische Erkrankungen zu vermeiden," erklärt BZÄK-Vizepräsident Oesterreich.


Pressekontakt:
Jette Krämer,
Tel.: 030/ 40005-150
E-Mail: presse(à)bzaek.de


Wellness Plus in Berlin: Mundgesundheit im Fokus der Messebesucher

(rz, Marburg, 29. Januar 2007) Mehr als 50.000 Besucher nutzten vom 24. bis 28. Januar 2007 das vielfältige Informationsangebot der Gesundheitsmesse Wellness Plus, die zum dritten Mal parallel zur Internationalen Grünen Woche in Berlin stattfand. Unter den rund 90 Ausstellern der Gesundheitsmesse stieß das Informationszentrum Mundgesundheit & Prophylaxe (IM&P) der Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK) auf reges Publikumsinteresse. An den fünf Messetagen informierten sich rund 1.500 Besucher aller Altersstufen über die Vorbeugung von Zahn- und Munderkrankungen, Kariesfrüherkennung, Parodontalerkrankungen und Implantologie. 300 Messebesucher nahmen das Angebot einer professionellen Prophylaxeberatung mit einer Momentaufnahme der persönlichen Zahn- und Mundsituation durch Zahnärzte in Anspruch. Weitere 450 Gesundheitsbewusste erhielten eine individuelle Anleitung für ihre effektive Zahn- und Mundhygiene zu Hause sowie eine Anwenderschulung für Prophylaxe-Hilfsmittel durch Dentalhygienikerinnen. Mehr als 700 Messebesucher informierten sich im IM&P über einen großes Themenspektrum rund um die Zahn- und Mundgesundheit. Dabei waren die kostenlosen Informationsbroschüren und -Flyer der Sektion Zahngesundheit besonders gefragt. Ein besonderes Interesse galt der Experteninformation über innovative Diagnose- und Therapieverfahren am Beispiel der Laser- und Ozontherapie sowie der bioaktiven Füllungstherapie.

Besonders hoch war das Verbraucherinteresse an allen Messetagen am Thema Implantate. Zahlreiche IM&P-Besucher kamen aufgrund von Medienberichten gezielt zur Beratung durch Experten für Implantologie.
Die Gesundheitskampagne Informationszentrum Mundgesundheit & Prophylaxe (IM&P) führt die Sektion Zahngesundheit im DGK in Kooperation mit der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) durch.
Unterstützt wurde die Aufklärungsaktion auf der Wellness Plus in Berlin von den Projektpartnern KaVo Dental GmbH, Straumann GmbH und Kuraray Europe GmbH. Prophylaxehilfsmittel wurden von Hager & Werken GmbH zur Verfügung gestellt.


Service:

Startet den Datei-DownloadInformationszentrum Mundgesundheit & Prophylaxe der Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e. V.
Projektbegleitender Zahnarzt, Parodontologe und Implantologe Dr. Christopher Köttgen berät Messebesucher im Informationszentrum Mundgesundheit & Prophylaxe der Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e. V.


Startet den Datei-DownloadIndividuelle Anleitung für eine effektive Zahn- und Mundhygiene zu Hause
Dentalhygienikerin Sylvia Fresmann gibt den Messebesuchern eine individuelle Anleitung für eine effektive Zahn- und Mundhygiene zu Hause.
Fotos: DGK

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Informationszentrum Mundgesundheit & Prophlyaxe (IM&P)

Konzept ist „aufgegangen“
Große Akzeptanz des IM&P bei Fachpublikum und Verbrauchern

(rz, Marburg, 6. Dezember 2006) Die Bilanz nach den bisherigen Messestationen auf der Fachmesse Expopharm in München und der Verbraucherausstellung Du und Deine in Welt in Hamburg zeigt: Das Konzept der dreistufigen Prophylaxeberatung im Informationszentrum Mundgesundheit & Prophylaxe (IM&P) ist aufgegangen. Während der insgesamt 13 Messetage wurden mehr als 1.600 Prophylaxeberatungen und zahnärztliche Check-ups sowie 2.400 Informationsgespräche am Aktionsstand des IM&P durchgeführt. Das Beratungsangebot der bundesweiten Gesundheitskampagne wurde von allen Altersgruppen – von Familien mit Kindern bis hin zu Senioren – gleichermaßen gut angenommen.

Das Thema Vorsorge ist in aller Munde. Mit dem Blick in die Zukunft werden Menschen zunehmend aufgefordert, rechtzeitig Vorsorge zu treffen. Appelle reichen aber meistens nicht aus, um tatsächliche Verhaltensänderungen beim Verbraucher herbeizuführen.

Aufgrund dieser Erkenntnis hat sich die Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e. V. in Kooperation mit der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) für die bundesweite Aufklärungskampagne zur Zahn- und Mundgesundheit IM&P entschieden. In deren Zentrum steht der individuelle zahnärztliche Experten-Check und die jeweils spezifische Prophylaxeberatung mit Anwenderschulung durch entalhygienikerinnen.

Ein Schwerpunkt im IM&P ist darüber hinaus die Aufklärung über die Notwendigkeit der Vorsorgeuntersuchungen zweimal jährlich beim Zahnarzt sowie regelmäßiger Professioneller Zahnreinigungen als Basis für eine effektive häusliche Zahn- und Mundpflege.

„Die Aufklärungsinitiative lässt eigenverantwortliche Vorsorge für die Zahn- und Mundgesundheit konkret werden“, erklärt Prof. Joachim Klimek, Sprecher des wissenschaftlichen Beirats der Sektion Zahngesundheit im DGK. Denn Prophylaxe entsteht zuerst in den Köpfen. Dies erfordert neue Kommunikationsformen, die im IM&P umgesetzt werden: „Menschen, die im persönlichen Kontakt von notwendigen Pflegemaßnahmen überzeugt werden und dabei praktische Möglichkeiten der Problemlösung aufgezeigt bekommen, sind für eine eigenverantwortliche Oralprophylaxe hochmotiviert.“

Aufklärungskampagnen wie das IM&P sind nur möglich durch die Unterstützung von Projektpartnern: Das IM&P wird unterstützt von KaVo Dental GmbH, Straumann GmbH und Kuraray Europe GmbH. Prophylaxe- und Schulungsmaterial wird dem IM&P von Hager & Werken zur Verfügung gestellt.


Nächste Messe-Station des IM&P: Wellness Plus im Rahmen der Grünen Woche, Berlin, 24. – 28. Januar, Halle 02.1, Stand 291.


Service:

Startet den Datei-DownloadZahnärztliche Beobachtung durch Dr. Christopher Köttgen
Nach der zahnärztlichen Beobachtung durch Dr. Christopher Köttgen erhält dieser keine Messebesucher eine Kinderzahnbürste.

Startet den Datei-DownloadKostenloses Beratungsangebot des IM&P
Dr. Christpher Köttgen im Einsatz am Mesestand: Zahlreiche Familien mit Kindern nutzen das kostenlose Beratungsangebot des IM&P.
Fotos: Sektion Zahngesundheit im DGK

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Munderkrankungen auch psychisch verursacht
Neuer Leitfaden der BZÄK soll Zahnärzte beim Erkennen psychosomatischer Störungen unterstützen

(bzäk, Berlin, 30. November 2006) Wie eng Psyche und Zähne zusammen gehören, hat der Volksmund schon lange erkannt: Man beißt sich durch, auf Granit oder die Zähne zusammen, zeigt sie dem Gegner, nimmt etwas zähneknirschend hin oder kaut an Problemen. Rund ein Viertel der Bundesbürger leidet unter pychosomatischen oder psychischen Erkrankungen. Aber auch die extreme Angst vorm Zahnarzt, die bis zu 10 Prozent der Bevölkerung plagt, fällt in diesen Zusammenhang.

Ein „Leitfaden für Zahnärzte zur Psychosomatik in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde“ soll dem Zahnarzt in Zukunft einen wissenschaftlich begründeten und gleichzeitig praxisnahen Problemaufriss liefern, psychische Probleme frühzeitig zu erkennen und bei der Lösung zu helfen. Er wird von der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) herausgegeben und ist von Vertretern des Arbeitskreises Psychologie und Psychosomatik in der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) erarbeitet worden.

Anlässlich des Deutschen Zahnärztetages 2006 in Erfurt wurde er der Öffentlichkeit vorgestellt. „Der Leitfaden stellt die wesentlichen psychosomatischen Störungen, Krankheitsbilder und therapeutischen Ansätze im zahnärztlichen Versorgungsalltag dar und führt darüber hinaus in die professionsübergreifende Zusammenarbeit ein“, erläutert BZÄKVizepräsident Dr. Dietmar Oesterreich. „Er soll die zahnärztliche Diagnostik und Therapie um den psychosomatischen Blickwinkel erweitern.“
Denn organisch nicht erklärbare Beschwerden im Mundraum können psychischer Natur sein. Hier helfen rein zahnärztliche Maßnahmen dann nicht mehr weiter. Dr. Oesterreich: „Manchmal ist der Zahnarzt der Erste, der die psychischen Probleme eines Patienten erkennen kann.“

Auf aktuelle Zahlen bezieht sich PD Dr. Anne Wolowski (Münster), um die Bedeutung psychosomatischer Aspekte zu unterstreichen. Die erste Vorsitzende des Arbeitskreises Psychologie und Psychosomatik in der DGZMK verweist auf einen oft jahrelangen und schmerzhaften Leidensweg der Patienten.
Rund ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland leidet zu einem gegebenen Zeitpunkt ihres Lebens unter einer psychischen oder psychosomatischen Erkrankung. Da im Unterschied zu Facharztpraxen der Zahnarzt die „Allgemeinbevölkerung“ behandelt, kann man davon ausgehen, dass etwa 20 Prozent der Patienten, die mit Beschwerden in eine Zahnarztpraxis kommen, psychisch beeinträchtigt sind.
„Um diesen Menschen besser helfen zu können, haben wir einen interdisziplinären Ansatz entwickelt, der neben weiteren Fachdisziplinen der Medizin, wie Radiologie, Orthopädie, Rheumatologie, Neurologie oder Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, auch die Psychosomatische Medizin mit einbezieht“, so Dr. Anne Wolowski.

Auf Basis des Leitfadens soll der Zahnarzt künftig besser klären können, wann ein Patient weiterreichende Hilfe benötigt. Er unterstützt bei der biopsychosozialen Anamnese und der Patientenführung. Gleichzeitig steht der Leitfaden auch als Beleg einer vom Berufsstand selbst getragenen zahnärztlichen Fortbildung, die sich thematisch und fachlich an den Bedürfnissen der Patienten und nicht an denen staatlicher Zwangsvorgaben ausrichtet.

Den Leitfaden „Psychosomatik in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde“ können interessierte Zahnärzte bei ihren zuständigen (Landes-) Zahnärztekammern anfordern.

Pressekontakt:
Jette Krämer,
Tel.: 030/ 40005-150
E-Mail: presse(à)bzaek.de


Bundeszahnärztekammer und
Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

Deutscher Zahnärztetag 2006
Können des Zahnarztes ist nicht durch Paragraphen zu ersetzen

Deutscher Zahnärztetag 2006 in Erfurt: Freiberufliche Verantwortung contra staatlichen Dirigismus

(bzäk, Erfurt, 24. November 2006) Die Verteidigung der Freiberuflichkeit und Selbstverwaltung gegen staatlichen Dirigismus verbunden mit echter Wettbewerbssteigerung auf dem Gesundheitsmarkt sowie Schaffung einer patientengerechten, wissenschaftlich gestützten Leistungsbeschreibung sind die politischen Kernforderungen des deutschen Zahnärztetages 2006 in Erfurt unter dem Motto "Standespolitik - Praxis - Wissenschaft". Der zum Deutschen Zahnärztetag veranstaltete wissenschaftliche Kongress widmet sich der "Entscheidungsfindung in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde" und wird von der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (DGP) sowie der Landeszahnärztekammer Thüringen organisiert.

Die deutschen Zahnärzte wehren sich gegen die schleichende Staats-Übernahme sämtlicher Weichenstellungen im Gesundheitsmarkt. Die in den aktuellen Gesetzesvorhaben "Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)", Versicherungsvertragsgesetz und Vertragsarztrechtsänderungsgesetz ablesbare Tendenz bedeutet eine weiter zentralisierte Verwaltungswirtschaft. Diese wird dem vom primär humanen Anliegen des Heilens geprägten Gesundheitswesen nicht mehr gerecht. Kennzeichnend für einen freien Beruf ist die Verantwortung des Zahnarztes gegenüber seinem Patienten. Dabei kommt es auf das eigene Können und Wissen, die persönliche Kreativität und Erfahrung sowie die Unabhängigkeit in der Entscheidungsfindung an. Diese igenschaften können im Sinne der Patienten nicht durch Paragraphen ersetzt werden.

Die Liberalisierung des Berufsrechts begrüßen die deutschen Zahnärzte, sie vermissen aber den weiter ausbleibenden Wettbewerb unter den Krankenkassen. Den mit der Einführung des Basistarifs in der Privaten Krankenversicherung (PKV) vollzogenen Bruch der beiden Systeme GKV und PKV lehnen sie als überflüssig auch hinsichtlich des Sicherstellungsauftrages ab. Dagegen sei eine an den Erkenntnissen einer präventionsorientierten Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde orientierte Leistungsbeschreibung und Honorarordnung im Sinne der Patienten dringend erforderlich.

Unter Berücksichtigung wissenschaftlich evidenter Wechselwirkungen zwischen Erkrankungen des Mundraums und denen des Gesamtorganismus kommt der zahnmedizinischen Prävention eine immer größere Bedeutung zu. Gestützt auf die positiven Ergebnisse der IV. Deutschen Mundgesundheitsstudie, die eine Verbesserung der allgemeinen Mundgesundheit ausweist, mahnen die Zahnärzte eine stärkere Einbindung ihrer Fachkenntnisse bei der Gesetzesgestaltung im Gesundheitswesen an.

Da genetische, soziale, verhaltensbedingte, umweltbedingte oder durch andere Krankheiten verursachte Risikofaktoren zu Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten und in Ihrer Wechselbeziehung zum Gesamtorganismus ursächlich zu allgemeinen Erkrankungen führen können, muss deren angemessene Versorgung auch weiter Bestandteil eines allgemeinen Versicherungsschutzes mit Festzuschüssen und Kostenerstattung werden. Der gegenüber der Medizin häufig wesentlich größeren Auswahl an wissenschaftlich fundierten Therapiemöglichkeiten bei gleicher Diagnose muss dabei entsprechend Rechnung getragen werden.


Kontakt:

Jette Krämer
Abt. Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Bundeszahnärztekammer
Tel.: 030 400 05-150
Fax: 030 400 05-159
E-mail: j.kraemer(à)bzaek.de


Markus Brakel
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund-
und Kieferheilkunde
Tel.: 0211 718 36 01
Fax: 0211 718 35 82
E-mail: markus.brakel(à)dgzmk.de

Bildmaterial kann unter www.axentis.de/dzt2006_presse01 heruntergeladen werden.


Wenn der Mund "Feuer fängt"
Das Burning Mouth Syndrom (BMS) - Ein Problem in und nach der Menopause mit schwieriger Ursachenfindung

(rz, Marburg, 3. November 2006) Kennen Sie das auch: Zungen- oder Mundbrennen? Ein lästiges Symptom, das vor allem bei Frauen zwischen 45 und 50 Jahren auftritt, aber auch bei der Altersgruppe über 60 Jahre. Die Missempfindungen äußern sich als brennendes, wundes Gefühl, manchmal auch verbunden mit Kribbeln oder Jucken. Sie können sich steigern bis zu stechenden Schmerzen und sind oftmals auch verbunden mit Störungen des Geschmacks und der Speichelbildung. Die Beschwerden beginnen nicht selten am Morgen und verstärken sich über den Tag. Derartige Beschwerden können als Begleitsymptom bei allgemeinen Erkrankungen oder auch bei Veränderungen der Mundschleimhaut auftreten. Dabei ist das „brennende Gefühl“ (Burning Mouth Syndrom/BMS) meist in den vorderen zwei Dritteln der Zunge, im vorderen Teil des harten Gaumens und in den Unterlippen zu spüren. Zwei Drittel der BMS-Patienten etwa klagen außerdem über Mundtrockenheit. Nur selten sind auch das Zahnfleisch, der Mundboden und der weiche Gaumen betroffen.

Für den Zahnarzt ist die Diagnose eines Burning Mouth Syndroms eine echte Herausforderung, da das Krankheitsbild multifaktoriell bedingt ist, wobei viele Ursachen nicht nur im zahnmedizinischen Bereich liegen, sondern auch vielerlei andere Ursachen im Hintergrund stehen. So ist das Bourning Mouth Syndrom oft von psychischen Störungen (Angstzuständen, Depressionen), einem Diabetes vom Typ II, Anämie (Blutarmut / Vitamin-B-12-Mangel) und anderen ernährungsbedingten Mangelzuständen (Eisenmangel, Folsäuremangel) sowie eventuell auch von oralen Dysfunktionen wie Zungenpressen begleitet. Dies bedingt, dass die Diagnostik und auch die Therapie nicht nur rein zahnmedizinische Aufgaben sind, sondern die Abklärung des Krankheitsbildes fast immer nur interdisziplinär zu lösen ist in der Zusammenarbeit von Zahnmedizinern, Internisten, Gynäkologen, Hals-, Nasen-, Ohrenärzten sowie Psychologen und Psychosomatikern.

Im zahnmedizinischen Bereich können neben den zuvor erwähnten Dysfunktionen auch direkt von den Zähnen ausgehende Ursachen wie Unverträglichkeit gegenüber verwendeten Dentalmaterialien oder auch Prothesenunverträglichkeiten eine Rolle spielen. Klimakterische Faktoren können diese Reizmomente eventuell verstärken.

Nicht selten sind insbesondere bei Dysfunktionen auch Belastungen, Anspannungen und Stress, aber auch Leid und Kummer im Hintergrund und führen dazu, dass beispielsweise ständig nervös mit der Zunge am Zahnersatz „gespielt“ wird, wie die DGZMK erläutert. Dabei ist es typisch, dass es dabei in der Regel keinen krankhaften Befund im Mund gibt und auch erhobene Laborwerte (Blutentnahme) keine auffälligen Veränderungen zeigen. Vielfach berichten die Patienten, dass sie meist mehrere erfolglose Behandlungen durch Ärzte verschiedener Fachrichtungen hinter sich haben und sich ihr Leiden schon über einen längeren Zeitraum hinzieht.

„Die tägliche Präsenz dieses Brenngefühls in unterschiedlich starker Ausprägung und die oft lange Krankheitsgeschichte machen die Patienten oft hilflos, sodass sie keinen anderen Gedanken mehr fassen können. Das Gefühl des Brennens ist permanent insbesondere tagsüber präsent und scheinbar unvermeidlich. Es steuert oft das Verhalten im Alltag, im Beruf und in der Freizeit, lähmt die Aktivitäten und führt eventuell bis zu einem völligen Rückzug aus dem sozialen Umfeld“, wie Professor Dr. Gerhard Wahl, Direktor der Poliklinik für Chirurgische Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Bonn, noch zu den gravierenden Auswirkungen des BMS ergänzt.

Für den Zahnarzt kommt es darauf an, nach einer sehr sorgfältigen Erhebung der Anamnese alle möglichen Reizzustände innerhalb des Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereiches soweit als möglich auszuschließen und parallel dazu den Patienten in den anderen Fachdisziplinen vorzustellen, in deren Fachgebiet möglicherweise auch mitverursachende Erkrankungen verborgen sein können. Da dieses Krankheitsbild häufig schon über längere Zeit besteht, sind Heilungen mit Beschwerdefreiheit innerhalb kurzer Zeit unrealistisch, ein Heilungserfolg aber - und sei es nur eine Reduktion des Beschwerdebildes - auch ganz wesentlich abhängig von der Mitarbeit des Patienten. Neben der Therapie psychischer Ursachen ist eine psychologische Unterstützung auch bei begleitenden anderen Therapien sinnvoll, um den Patienten zu ermöglichen, das Beschwerdebild so objektiv wie möglich zu beobachten und zu erkennen, dass nicht der Abbruch von sozialen Kontakten, sondern ganz im Gegenteil eine Öffnung zum Umfeld wichtig ist, um die Schmerzwahrnehmung nicht als das allein bestimmende Tagesmoment überhand nehmen zu lassen.

Entsprechend den vielfältigen möglichen Ursachen gestaltet sich eine Behandlung oft sehr schwierig, zumal es keine einheitlichen Richtlinien gibt, wie Patienten mit einem BMS behandelt werden sollten. Nicht selten werden auch verschiedene begleitende Medikamente ausprobiert werden müssen, um die reinen Symptome zu lindern, wobei eine psychotherapeutische Unterstützung sehr wertvoll ist.
„Die Patienten müssen mit der entsprechenden Unterstützung lernen, mit ihrem Krankheitsbild zu leben und zu akzeptieren, dass auch schon Verringerungen des Schmerz- und Brennempfindens einen Erfolg darstellen, auch wenn die Symptomatik nicht unbedingt gänzlich beseitigt worden ist oder werden kann. Die sich oft über Monate oder auch Jahre hinziehende Missempfindung oder auch Schmerzsymptomatik erfordert ein hohes Maß an Geduld und Selbstdisziplin des Patienten und seine Bereitschaft zur ständigen Kooperation“, so Professor Dr. Wahl.


Weitere Informationen finden Sie auf www.dgzmk.de


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Startet den Datei-DownloadDas Burning Mouth Syndrom kann jegliche Aktivität im Alltag lähmen
Das Burning Mouth Syndrom kann jegliche Aktivität im Alltag lähmen und zu einem völligen Rückzug aus dem sozialen Umfeld führen.
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12. IZZ-Presseforum 2006
Zahnmedizin inTheorie und Praxis

(rz, Marburg/Freiburg, 24. Juli 2006) "Schlafbezogene Atmungsstörungen im Fokus der zahnärztlichen und ärztlichen Schlafmedizin" und "Neubeschreibung einer präventionsorientierten modernen Zahnheilkunde" waren die Schwerpunktthemen beim 12. Presseforum des Informationszentrum Zahngesundheit (IZZ) Baden-Württemberg am 21. Juli in Freiburg i.Br.. Das IZZ ist eine gemeinsame Einrichtung der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg und der Kassenzahnärztlichen Vereingung Baden-Württemberg für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Die Themen und Referenten des Presseforums zum Themenschwerpunkt "Schlafbezogene Atmungsstörungen im Fokus der zahnärztlichen und ärztlichen Schlafmedizin":

Obstruktive Schlafatmungsstörungen
Professor Dr. Stephan Sorichter, Leitender Oberarzt der Abteilung Innere Medizin V - Pneumologie, Medizinische Universitätsklinik Freiburg

Neuropsychologie des Schlafs / Schlafstörungen
Professor Dr. Dieter Riemann, Sektionsleiter Klinische Psycholgie und Psychophysiologie, Bereich Psychophysiologie / Schlaflabor, Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik Freiburg

Schlafatmungsstörungen bei Kindern
PD Dr. Matthias Henschen, Klinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Schwarzwald-Baar Klinikum Villingen-Schwenningen GmbH, Akademisches Lernkrankenhaus der Universität Freiburg

Zahnärztliche Maßnahmen zur Behandlung des Schnarchens und von obstruktiven Schlafstörungen
PD Dr. Dr. Edmund Rose, Leitender Oberarzt der Abteilung für Kieferorthopädie, Klinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Universität Freiburg


Kontakt:

IZZ Informationszentrum Zahngesundheit Baden-Württemberg
Herdweg 59
70174 Stuttgart

Leiter: Johannes Clausen
Tel.: 0711 222966-0
Fax: 0711 222966-20
E-Mail:PresseIZZ(à)t-online.de


Neuer Ansatz in der Adhäsiv-Therapie:
Den Zahn im Kampf gegen Karies unterstützen

Die Bedeutung eines vitalen und intakten Pulpa-Dentin-Komplexes für die restaurative Zahnmedizin findet in der Zahnheilkunde eine immer größere Beachtung. Im Fokus steht die Unterstützung regenerativer Prozesse im Zahninneren: die Behandlung des Zahns unter biologischen Gesichtspunkten. Eine zentrale Aufgabe übernehmen dabei antibakteriell wirkende Adhäsive.

Karies ist eine Infektionskrankheit. Für das Schicksal der Pulpa spielen die bakterielle Infektion des Zahnhartgewebes und die Bakterien in den Dentinkanälchen eine wesentliche Rolle: Bakterien lösen eine Abwehrreaktion in Form einer Entzündung aus, dies kann die Vitalität der Pulpa und letztlich das Überleben des Zahns beeinträchtigen. Ziel einer bioaktiven Füllungstherapie ist es, die Entzündungsreaktion zu kontrollieren und die natürlichen Prozesse der Geweberegeneration der Pulpa – die Bildung neuen Dentins – zu stimulieren.

„Dies ist eine einzigartige Fähigkeit des Pulpa-Dentin-Komplexes. Sie zeigt, wie wichtig es für den Zahnarzt ist, diesen Komplex vital zu erhalten“, sagt Dr. Tracy Krage, Poliklinik für Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde der Universität Düsseldorf. Sie plädiert daher für minimalinvasive, antibakterielle Techniken in der Kariestherapie, um einen Verlust von Odontoblasten zu vermeiden, die in der Lage sind, neues Dentin aufzubauen.

Dr. Krage erklärt warum: Bei einer beginnenden Karies reagieren die Odontoblasten mit dem Aufbau einer Dentin-Barriere unterhalb der Läsion, um die Pulpa vor dem Eindringen von Bakterien zu schützen. Schreitet die Karies weiter fort und dringt tiefer in das Dentin ein, werden die Odontoblasten abgetötet. Vorläufer-Zellen oder Stammzellen bilden daraufhin Odontoblasten ähnliche Zellen, die dann den Aufbau der Dentin-Barriere übernehmen [Smith AJ, 2002]. Doch dieses Dentin kann durchlässiger sein als das von den primären Odontoblasten gebildete Dentin und bietet nur einen unzureichenden Schutz gegen das Eindringen von Bakterien. Insbesondere in dieser Situation ist es wichtig, die bakterielle Belastung so gering wie möglich zu halten.

„Aufgrund dieser Erkenntnisse sollte es heutzutage das oberste Ziel des Zahnarztes sein, die primären Odontoblasten zu schützen und deren Funktion für den Dentin-Aufbau und damit für die Vitalität der Pulpa zu erhalten“, sagt Dr. Krage und unterstreicht nochmals die Bedeutung antibakterieller, minimalinvasiver Techniken: Der Durchmesser der Dentin-Tubuli macht etwa 1 Prozent der Dentinoberfläche im Bereich des Zahnschmelzes aus. Im tieferen Dentin im Bereich der Pulpa beträgt deren Durchmesser etwa 22 Prozent der Dentin-Oberfläche [Pashley DH, 2002]. Eine Zahnpräparation öffnet sozusagen die Tür zum Pulpagewebe. Je dünner die Dentinschicht wird, desto größer wird der Durchmesser der Tubuli und desto leichter können Bakterien durch die Kanälchen eindringen und primäre Odontoblasten und andere pulpale Zellen zerstören.

Diese Erkenntnisse verdeutlichen, wie wichtig Techniken zur Kavitäten-Desinfektion sind, um die Bakterien abzutöten und zu verhindern, dass sie in das Pulpagewebe eindringen und dort Schaden anrichten.

Ein vielversprechender Ansatz ist die bioaktive, protektive Füllungstherapie mit dem antibakteriell wirkenden Adhäsiv Clearfil Protect Bond. Seine antibakterielle Wirkung erhält das selbstkonditionierende Bonding System durch das Molekül MDPB (12-Methacryloyloxydodecylpyridiniumbromid), das in den Primer eingebaut ist.

Infolge des positiv geladenen Pyridinium-Ions wird an der Bakterienzellwand ein Ungleichgewicht der elektrischen Ladungen erzeugt. Dies führt zur Zerstörung der Bakterienzellwand und letztlich zum Absterben des Bakteriums durch Bakteriolyse [Imazato et al., 1998]. Das Ergebnis: Nach 20 Sekunden Einwirkdauer sind 70 Prozent der Bakterien abgetötet [Smith et al., 2003]. „Seine antibakteriellen Eigenschaften wie auch seine Biokompatibilität sind wissenschaftlich getestet“, unterstreicht Dr. Tracy Krage. Ferner ist wissenschaftlich bewiesen, dass Protect Bond ein breites Wirkungsspektrum gegen Bakterien aufweist, insbesondere gegen Streptococcus mutans, S. sobrinus und Lactobacillus acidophilus. Andere antibakterielle Mittel und Chlorhexidin dagegen wirkten nur selektiv gegen spezielle Bakterienarten [Schmalz et al., 2004], so Dr. Krage. Ein weiterer Vorteil: MDPB entfaltet seine antibakterielle Wirkung auch nach der Polymerisation, ohne in das Dentin einzudringen [Imazato et al., 1998].

„Durch die Technik, die für ein antibakterielles Bonding zur Verfügung steht, erhalten wir einen neuen Zugang zur Behandlung in der restaurativen Zahnmedizin, indem wir den körpereigenen Abwehrmechanismus der Pulpa gegen Karies unterstützen“, sagt Dr. Tracy Krage.


Literatur

Imazato S, Kinomoto Y, Tarumi H, Torii M, Russel RRB, McCabe JF. Incorporation of antibacterial monomer MDPB in dentin primer. J Dent Res 1997; 76:768-772.

Imazato S, Ehara A, Torii M, Ebisu S. Antibacterial activity of dentine primer containing MDPB after curing. J Dent Res 1998; 26:267-271.

Schmalz G, Ergucu Z, Hiller KA. Effects of dentin on the antibacterial activity of dentin bonding agents. J Endod. 2004; 30(5): 352-8.

Pashley DH. Pulpodentin Complex. In: Seltzer and Bender’s Dental Pulp. Ed. Hargreaves KM, Goodis HE. 2002; Quintessence Publishing, IL. 63-93.

Smith G, Lumley P, Ruettermann S, Imazato S, Smith AJ. Antibacterial effects of a selfetching/primer system for composite resin restorations. J Dent Res (Abstracts Göteborg 2003) #2661.

Smith AJ. Dentin Formation and Repair. In: Seltzer and Bender’s Dental Pulp. Ed. Hargreaves KM, Goodis HE. 2002; Quintessence Publishing, IL. 41-62.



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Dr. Tracy Krage bisher Oberärztin an der Poliklinik für Zahnerhaltung und präventive Zahnheilkunde der Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterHeinrich Heine-Universität Düsseldorf, jetzt University of Plymouth.


Startet den Datei-DownloadAktive Karies mit Eröffnung der Pulpa
Aktive Karies mit Eröffnung der Pulpa. Foto: Prof. Willershausen


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Profunde Dentinkaries mit der Ausbildung von Sekundär- und Tertiärdentin sowie partielle Nekrose pulpalen Gewebes. Foto: Prof. Willershausen


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Einführung von Clearfil Protect Bond in die universitäre Lehre

Interview mit Prof. Dr. Brita Willershausen, Direktorin an der Klinik und Poliklinik für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten, Poliklinik für Zahnerhaltungskunde, Universität Mainz:

Frau Prof. Willershausen, warum wurde das bioaktive Adhäsiv Clearfil Protect Bond an der Universität Mainz eingeführt ?

Ziel unserer Poliklinik ist es, neue wissenschaftliche Erkenntnisse – sobald diese durch klinische Studien abgesichert sind – rasch in die Lehre zu integrieren und entsprechend umzusetzen.
Das Adhäsiv Clearfil Protect Bond verfügt durch den Zusatz des antibakteriellen Monomers MDPB (12-Methacryloyloxy-Dodecyl-Pyridinium Bromid) über eine sehr wirksame und wesentliche Komponente für eine effektive Füllungstherapie nach der Kariesentfernung. In unzähligen In-vitro-Studien konnte eindeutig belegt werden, dass eine Bakterieneliminierung im Rahmen der Kariesentfernung nicht möglich ist. Gerade bei Dentinkaries (Wurzelkaries) verbleiben selbst nach sehr sorgfältiger Exkavation aller erweichter Zahnhartbereiche zahlreiche Mikroorganismen in den Dentin-Tubuli; eine abschließende Desinfektion der Kavität mit Chlorhexidin oder Wasserstoffperoxid kann die in den Dentinkanälchen verbliebenen Mikroorganismen nicht effektiv genug beseitigen. Das Adhäsiv Clearfil Protect Bond scheint sehr vielversprechend zu sein, und es könnte den kritischen Bereich, die Schwachstelle zwischen infizierten (verbliebenen/nicht eliminierbaren Mikroorganismen) Dentinbereichen und dem Restaurationswerkstoff, deutlich wirkungsvoller als klassische Aufbau- oder Unterfüllungswerkstoffe versorgen. Dieses Adhäsivsystem kann selbstverständlich nur dann sinnvoll eingesetzt werden, wenn eine vorherige sorgfältige Kariesentfernung durchgeführt wurde; es ersetzt keinesfalls die Kariesentfernung. Das Produkt ermöglicht jedoch eine nachhaltige Hemmung des Wachstums verbliebener Mikroorganismen. Die Anwendung dieses Adhäsivsystems scheint folglich insbesondere bei der Füllungstherapie (bei kariösen Läsionen) sehr vielversprechend zu sein, da dadurch Sekundärkaries vermindert und die Langlebigkeit einer Restauration vermehrt gegeben sein könnte.

Welchen Stellenwert hat es im Rahmen der Füllungstherapie?

Bei kariös infizierten Kavitäten scheint dieses Adhäsivsystem einen hohen Stellenwert zu haben; bei nicht infizierten Defekten (traumatische Verluste, rein ästhetische Versorgungen) kann sicherlich jedes moderne Adhäsivsystem vergleichbar gute Resultate erzielen.

Wie viele Patienten wurden bei Ihnen bisher mit dem Adhäsiv Clearfil Protect Bond behandelt?

Wir haben dieses Präparat seit dem Wintersemester 2005/ 2006 in den beiden klinischen Kursen (Konservierender Kurs I /II ) in Verwendung. Bisher sind etwa 150 Füllungen (Kompositfüllungen im Seitenzahnbereich) gelegt worden.

Wie kommt dieses Produkt bei den Studenten an?

Unsere Studenten nehmen stets sehr neugierig und freudig Neuerungen und Weiterentwicklungen auf. Alle Restaurationen, die mit dem Adhäsiv Clearfil Protect Bond versorgt wurden, sind fotografisch dokumentiert worden. Unsere Studenten schätzen es auch, stets mit den neuesten Materialien konfrontiert zu werden.

Könnte ein bioaktives Adhäsiv flächendeckend eingesetzt werden?

Es wäre durchaus vorstellbar, ein Adhäsivsystem mit antibakteriellen Eigenschaften bei zahlreichen Restaurationsmaßnahmen zu verwenden; ob es bei allen Therapiemaßnahmen (z.B. KFO-Behandlung, Kleben von Brackets) sinnvoll erscheint, sollte in Studien noch geklärt werden. Denkbar wäre es.

Ist das bioaktive Adhäsiv ein Meilenstein in der modernen Zahnheilkunde?

Der Begriff Meilenstein ist vielleicht etwas zu mächtig, das Füllungsmaterial Amalgam war sicher ein Meilenstein. Materialien mit antibakteriellen Zusätzen (u. a. Fluoride, Metallionen, Chlorhexidin, Cetylpyidiniumchlorid) gibt es schon seit Jahren, sicherlich jedoch noch nicht mit sehr effektiven Zusätzen im Rahmen der Adhäsivtechnik.


Download-Service:

Startet den Datei-DownloadProf. Dr. Brita Willershausen
Prof. Dr. Brita Willershausen, Direktorin an der Klinik und Poliklinik für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten, Poliklinik für Zahnerhaltungskunde, Johannes Gutenberg-Universität Mainz.


Behandlungsbeispiel mit Clearfil Protect Bond:

Startet den Datei-DownloadGroßflächige od-Karies mit tiefer, pulpanaher Karies
Abb.1: Großflächige od-Karies mit tiefer, pulpanaher Karies. Isolierung mit Tofflemire Matrizenband. Foto: Prof. Willershausen


Startet den Datei-DownloadDer antibakterielle Primer Clearfil Protect Bond wird appliziert
Abb.2: Der antibakterielle Primer Clearfil Protect Bond wird appliziert, das Bonding des Clearfil Protect Bond-Systems wird aufgetragen und anschließend lichtpoymerisiert. Foto: Prof. Willershausen


Startet den Datei-Downloadweiß-opakes Flow-Composite
Abb.3: Zur Demarkierung des Kavitätenbodens wurde ein weiß-opakes Flow-Composite aufgebracht. Foto: Prof. Willershausen


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Abb.4: Die fertig gestellte Composite-Restauration bei einer Kontrolle nach drei Monaten. Foto: Prof. Willershausen




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Weitere Informationen für Zahnärzte: www.kuraray-dental.de

 


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