Pressemeldung 2004 - Emnid-Umfrage zum Prophylaxe- und Mundpflegeverhalten der Deutschen
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„Wie Deutschland vorbeugt“ – neueste Emnid-Umfrage zum Prophylaxe- und Mundpflegeverhalten der Deutschen vorgestellt


(rz, Marburg, 02.09.04) Zum Auftakt des Monats der Mundgesundheit wurden am 31. August 2004 in Berlin Ergebnisse einer von Colgate und der Bundeszahnärztekammer beauftragten repräsentativen Emnid-Umfrage vorgestellt.

Um herauszufinden „wie Deutschland vorbeugt“ standen im Juli 2004 insgesamt 1.065 Menschen zwischen 20 und 65 Jahren zu ihrem Vorbeuge- und Mundpflegeverhalten, ihrem Verhältnis zum Zahnarzt und ihrer Einschätzung der künftigen zahnmedizinischen Versorgung Rede und Antwort.

Gesundheitsvorsorge, so bestätigt die Umfrage eindeutig, steht in Deutschland hoch im Kurs, wenn es ums Wohlfühlen und um Lebensqualität geht. Gesunde und gepflegte Zähne sind aufs Engste mit dem persönlichen Wohlergehen verbunden. Aber: „Das Vorbeugepotenzial ist“, so Hans Brouwer, General Manager Colgate-Palmolive, „noch lange nicht ausgeschöpft“. Die tatsächlichen Verbrauchszahlen von Zahnpasta und Zahnseide in Deutschland machen klar deutlich, dass zwischen dem Bewusstsein für Prophylaxe und Mundgesundheit und der aktiven Umsetzung eine erhebliche Diskrepanz liegt. Hier gilt es, für die Zukunft anzusetzen

Die Umfrageergebnisse im Einzelnen:

Frauen sind in der Zahnpflege vorn

Frauen sind in der Zahnpflege vorn
95 Prozent aller befragten Frauen reinigen ihre Zähne zweimal täglich oder öfter. Männer tun dies nur zu 78 Prozent. Frauen gehen gründlicher bei der Zahnpflege vor: Drei von zehn Frauen reinigen länger als fünf Minuten – nur zwei von zehn Männern investieren so viel Zeit für ihre Zahnpflege.

Wie oft gehen Frauen und Männer zur Vorsorge zum Zahnarzt? 69 Prozent der Frauen gehen wie empfohlen zweimal pro Jahr oder öfter zur Kontrolluntersuchung. Dagegen nehmen nur 51 Prozent der Männer den praxisgebührenfreien Vorsorgecheck in Anspruch – deutlich zu wenig!

Ost schlägt West in der Oralprophylax

Ost schlägt West in der Oralprophylaxe

70 Prozent der Befragten aus den ostdeutschen Bundesländern gehen zweimal oder öfter pro Jahr zur Kontrolluntersuchung zum Zahnarzt, in den westlichen Bundesländern sind es 57 Prozent. Ostdeutsche schränken zu 24 Prozent ihren Zuckerkonsum für die Gesunderhaltung der Zähne stark ein. Westdeutsche sind nur zu 19 Prozent dazu bereit.
Die Professionelle Zahnreinigung, keine Kassenleistung, wird ebenfalls häufiger in Anspruch genommen (62 Prozent Ost gegenüber 60 Prozent West). Insgesamt zeigten sich die Befragten aus Ostdeutschland besser über Zahnreinigungs- und Prophylaxeangebote informiert.

Deutschlands Zahnärzte genießen Patientenvertrauen
Sorgfältige Arbeit wird von 87 Prozent der Befragten ihrem Zahnarzt bestätigt. Auch die Information durch den Zahnarzt wird mit 87 Prozent als gut gelobt. Gute Betreuung (83 Prozent) und fachliche Kompetenz (81 Prozent) werden positiv bewertet. Wenn es um Beratung zur Zahngesundheit geht, um richtige und notwendige Behandlung der Zähne, sind Zahnmediziner für 90 Prozent der Deutschen die glaubwürdigsten Informationsquelle – Ansporn und Herausforderung zugleich zur Bewältigung künftiger Aufgaben!

Die Lücke im Pflegeverhalten
Die für die Mundgesundheit so wichtige Reinigung der Zahnzwischenräume wird in Deutschland weiterhin stiefmütterlich behandelt! 51 Prozent der Befragten gaben an, dies höchsten gelegentlich oder gar nicht zu tun. Zahnzwischenraumbürsten, Zahnseide und Co. müssen die deutschen Badezimmer erst noch erobern, die richtige Anwendung noch gelehrt und gelernt werden.

Angst vorm Zahnarztbesuch
61 Prozent haben „keine Angst vorm Zahnarzt“. 30 Prozent beschleicht immer noch ein „ungutes Gefühl“ und immerhin 15 Prozent der Befragten gaben zu: „Ich habe Angst“. Bei zwei Prozent der Befragten war diese Angst so groß, dass sie jeden Zahnarztbesuch meiden – und somit ihre Gesundheit sträflich vernachlässigen.

Zukunftsperspektive
Patienten, so zeigte die Umfrage, erwarten und fordern von ihren Zahnärzten umfassende Beratungs- und Prophylaxeleistungen – gerade durch die steigenden Eigenkostenanteile in der zahnmedizinischen Versorgung. 38 Prozent der Befragten sind bereit, künftig mehr in ihre Zahngesundheit zu investieren. Jedoch schränkten fast ein Viertel der Befragten auf Grund der Praxisgebühr ihre Zahnarztbesuche ein – Folge eines Mißverständnisses, ist doch der Vorsorgecheck zweimal pro Jahr praxisgebührenfrei!

Deutschlands Zahnärzte genießen Patientenvertrauen

Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer fasst für die Zukunft zusammen: „(Mund-)Gesundheitsbewusstsein fängt in den Köpfen an, dazu ist es notwendig, dass der Zahnarzt mit seinem Patienten an einem Strang zieht. Prophylaxe ist Teamarbeit. Der Patient wird zum Partner – der Zahnarzt vom Behandler zum Prophylaxedienstleister“.

In Deutschland hat die Oralprophylaxe in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte erzielen können. Diese gilt es kontinuierlich zu festigen und auszubauen – unabhängig von gesetzgeberischen Maßnahmen und im Sinne einer präventionsorientierten Zahnheilkunde.

Kontakt:
Sigrid Fehl
Deutsches Grünes Kreuz e. V., Sektion Zahngesundheit
Im Kilian, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg
Fon 06421.293 152, Fax 06421.293 752
sigrid.fehl(à)kilian.de

Mehr Details zur aktuellen Emnid-Umfrage und Informationen zur PR-Offensive von Colgate und der Bundeszahnärztekammer im Monat der Mundgesundheit finden Sie auf der Homepage der Bundeszahnärztekammer www.bzaek.de sowie unter www.monat-der-mundgesundheit.de.

 


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