Informationen der Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e.V. zum Thema Implantate
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Implantate: moderne Alternative zum herkömmlichen Zahnersatz

(rz, Marburg, 09. Dezember 2004) Zahnverlust kann jeden treffen, nicht nur ältere Menschen. Durch Unfälle oder beim Sport können auch junge Menschen Zähne verlieren. Im mittleren Lebensalter sind es meistens parodontale Erkrankungen oder Karies, die zum Verlust von Zähnen führen.

In der modernen Zahnheilkunde gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, Zahnlücken zu schließen oder ganze Zahnreihen zu ersetzen. Eine moderne Alternative zum herkömmlichen Zahnersatz sind Implantate. Sie sind eine Art künstliche Zahnwurzel, die in der Regel aus dem körperverträglichen Metall Titan bestehen und eine speziell bearbeitete Oberfläche haben, so dass sie fest ins Knochengewebe einwachsen können.

Implantate bestehen aus mehreren Komponenten:

  • der künstlichen Zahnwurzel, dem eigentlichen Implantat, die im Kieferknochen verankert wird
  • dem Kronenaufbau, der für den nötigen Abstand zwischen Kunstzahn und Zahnfleisch sorgt sowie
  • dem eigentlichen Zahnersatz (Suprakonstruktion), dem letztlich einzig sichtbaren Teil des Implantats.


Implantate bieten vielfältige Möglichkeiten für den Zahnersatz: Sie können mit Einzelkronen, Kronenblöcken oder Brückenkonstruktionen versehen werden und sogar als Pfeiler für Vollprothesen dienen.

Implantate sind für alle Altersgruppen geeignet – vorausgesetzt, der Allgemeinzustand des Empfängers ist gut. Der implantatgetragene Zahnersatz hat sowohl medizinische, funktionelle als auch ästhetische Vorteile. Durch implantatgestützte Lösungen kann ein Zahn am besten in seiner natürlichen Art und Weise wieder hergestellt werden. Neben einem hohen Maß an Ästhetik gewährleisten Implantatversorgungen einen hohen Kaukomfort und verhindern durch das Einwachsen in den Kieferknochen den gefürchteten Rückbau der Knochensubtanz an den Stellen, an denen sich keine natürliche Zahnwurzel mehr befindet. Denn ebenso wie natürliche Zahnwurzeln übertragen auch Implantate die natürliche Kaubelastung auf den Kieferknochen. Diese Stimulation ist ein wichtiger Reiz für den Erhalt des Knochen- und Stützgewebes. Deshalb sollten Implantate möglichst früh nach dem Entfernen eines Zahns verankert werden. Sie lassen sich aber auch einpflanzen, wenn die Zähne bereits viele Jahre zuvor gezogen wurden. Ein weiterer Vorteil ist, dass gesunde Nachbarzähne erhalten bleiben können, weil sie nicht wie bei herkömmlichen Brücken als Anker für den Zahnersatz dienen müssen.

Bevor ein Implantat eingesetzt werden kann, muss eine karies- und parodontitisfreie und sanierte Restbezahnung sichergestellt sein, um Entzündungen und damit einen eventuellen Verlust des Implantats zu verhindern. Unter lokaler Betäubung wird das Implantat in die Zahnlücke im Kieferknochen eingesetzt. Anschließend muss dieses etwa vier bis sechs Monate einheilen. Treten in dieser Zeit keine Komplikationen auf (z. B. Entzündungen), kann der Kronenaufbau und der Zahnersatz (Suprakonstruktion) auf dem Implantat verankert werden.
Nur bei schweren Erkrankungen kommen Implantate nicht in Frage. Dazu gehören unter anderem Störungen der Blutgerinnung, noch nicht verheilte Wunden und bestimmte Knochenleiden. Eine Implantation ist nicht möglich bei unbehandelter oder nicht gut eingestellter Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sowie bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch durch Arzneimittel können Störungen auftreten. Dann kann in Absprache mit dem behandelnden Arzt die Dosierung vorübergehend geändert werden, um eine Implantation zu ermöglichen.

Implantate können oft ein Leben lang halten. Die meisten sind Untersuchungen zufolge noch nach zehn Jahren in einem perfekten Zustand. Drogen- und Medikamentenmissbrauch sowie Rauchen setzen ihre Überlebensdauer jedoch herab. Das Gleiche gilt für die Fälle, in denen sich die Allgemeingesundheit des Patienten verändert. So beeinflussen auch generalisiert auftretende Grunderkrankungen – welche unter Umständen auch Jahre nach einer Implantation auftreten – die Lebenserwartung der Implantate.
Gleichzeitig hängt die Lebenserwartung der Implantate von einer gründlichen Mundhygiene ab. Diese sollte gemeinsam mit dem Zahnarzt besprochen werden, und in regelmäßigen Kontrollen, zusammen mit anderen die Allgemeingesundheit beeinflussenden Faktoren, kontrolliert werden. Alle sechs bis zwölf Monate sollten die Implantate und das sie umgebende Gewebe kontrolliert werden.

Wer sich für Zahnimplantate entscheidet, sollte sich allerdings darauf einstellen, dass die Behandlung Geduld und Zeit braucht. Denn bevor die Implantation beginnen kann, erfolgt zunächst eine ausführliche Beratung, eine umfangreiche Untersuchung und eine gründliche Planung der Therapie gemeinsam mit dem Zahnarzt oder Kieferchirurgen. Auch hinsichtlich der Kosten wird der Zahnarzt den Patienten beraten und vor der Behandlung neben einem Heil- auch einen Kostenplan aufstellen. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten die Kosten für Implantate in der Regel nicht. Dies soll sich jedoch in Teilen in naher Zukunft ändern.

Besser als jedes Implantat ist natürlich die Erhaltung der eigenen, natürlichen Zähne. Deshalb kommt einer gründlichen Mundhygiene sowie regelmäßigen Prophylaxe-Maßnahmen wie der professionellen Zahnreinigung sowie einer zahngesunden Ernährung eine zentrale Bedeutung zu.


Ein schönes Lachen bis ins hohe Alter
Ein schönes Lachen bis ins hohe Alter: Implantatgetragener Zahnersatz wird sowohl ästhetischen, funktionellen wie auch medizinischen Ansprüchen gerecht.
Foto: Sektion Zahngesundheit im DGK
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Das Foto kann von Redaktionen kostenlos per E-Mail angefordert werden unter: zahngesund(à)kilian.de

 


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