Pressemeldung 2004 - Zu viel, zu süß, zu sauer: Falsche Ernährung wirkt nachhaltig auf Körper und Zähne
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Zu viel, zu süß, zu sauer: Falsche Ernährung wirkt nachhaltig auf Körper und Zähne

(dgk) Jedes fünfte Kind und jeder dritte Jugendliche in Deutschland sind übergewichtig, fast sieben Prozent leiden an Fettleibigkeit. Die aktuellen Zahlen von Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast sind alarmierend. Verantwortlich für diese Entwicklung sind falsche Ernährung kombiniert mit Bewegungsmangel. Die Folge: Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen haben bei Kindern aufgrund von Fehlernährung dramatisch zugenommen. Damit verbunden ist auch eine erhebliche Belastung des Gesundheitswesens. Diabetes und seine Folgekosten beispielsweise sind heute etwa für ein Viertel der Gesundheitskosten verantwortlich. Falsche Ernährung und Trinkgewohnheiten sind zudem eine Hauptursache für Zahnerkrankungen. Mit dieser Thematik beschäftigte sich jüngst die Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde während ihrer 11. Jahrestagung, die in Kooperation mit der Aktion zahnfreundlich e.V. in Mainz stattfand. Fächerübergreifend setzten sich Wissenschaftler und Praktiker mit den Zusammenhängen zwischen Ernährung, Allgemeinerkrankungen und Mundgesundheit bei Kindern auseinander und fordern sinnvolle Strategien zur Ernährungsaufklärung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Nachdem Karies bei Kindern und Jugendlichen jahrelang auf dem Rückzug war, zeigt sich jetzt insbesondere bei den Hauptschülern in der Altersgruppe der 15- und 16-Jährigen eine negative Tendenz. “Jüngste Erhebungen zeigen wieder eine Karieszunahme beispielsweise in der Gruppe der Hauptschüler. So hat heute schon etwa jeder zwanzigste 15-/16-Jährige ein eklatantes Kariesproblem”, sagt Professor Norbert Krämer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e.V.

Den Zahnmedizinern bereiten vor allem die Auswirkungen von süßen und stark säurehaltigen Getränken und Lebensmitteln auf die Zahnhartsubstanz Sorgen. Bereits bei Kleinkindern tritt die so genannte “Nuckelflaschenkaries” bei den ersten Milchzähnen auf. Sie wird hauptsächlich durch Sauger- oder Ventilflaschen sowie von Schnabelgefäßen verursacht, die mit zucker- oder säurehaltigen Getränken gefüllt sind und den Kindern zum Dauernuckeln angeboten werden.
Immer häufiger treten zudem Zahnschmelzerosionen durch Softdrinks wie Cola, Eistees, Limonaden, Vitamingetränke und Alcopops auf. Diese süßen und stark säurehaltigen Getränke, die von Jugendlichen wie auch von Erwachsenen häufig aus modernen so genannten Rennfahrerflaschen konsumiert werden, schädigen nicht nur die Zähne, sondern sorgen auch für Fettpolster an Bauch und Hüften.

Auch die meisten süßen Snacks bestehen aus einer fatalen Kombination aus viel Fett und stark blutzuckerwirksamen Kohlenhydraten, die eine hohe Insulinausschüttung verursachen. Das Fett kann nicht zur Energiegewinnung verbraucht werden und landet in den Fettdepots. Eine Alternative bieten hier Zuckeraustauschstoffe wie Isomalt, Sorbit oder Xylit, die in den mit dem Zahnmännchen gekennzeichneten zahnfreundlichen Produkten enthalten sind.

Die Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e.V. greift die Thematik aktiv auf und informiert auf ihrer Homepage www.rundum-zahngesund.de, einer interdisziplinären Informationsplattform für Verbraucher, Journalisten und Fachkreise, unter anderem über die wesentlichen Aspekte einer zahngesunden Ernährung. Die Informationen sind in Zusammenarbeit mit einer Ernährungswissenschaftlerin und dem wissenschaftlichen Beirat aktuell und verbrauchergerecht aufgearbeitet.

Die Zahnheilkunde hat in den vergangenen 20 Jahren eine grundlegend präventive Ausrichtung erfahren. Für jedes Lebensalter existieren spezifische Prophylaxeangebote, die helfen, die Zahngesundheit ein Leben lang zu unterstützen und zu erhalten. Aufklärung und Motivation zu optimaler Mundhygiene und zahngesundem Ernährungsverhalten spielen dabei eine wesentliche Rolle – und dies von Anfang an. Denn der Grundstein für eine optimale Zahn- und Mundgesundheit wird bereits im frühen Kindesalter gelegt. Dies ist umso wichtiger, weil Mundgesundheit, Ernährung und Allgemeinerkrankungen im Zusammenhang stehen.

Die Sektion Zahngesundheit setzt sich für lebenslange Prophylaxe ein. Dazu gehören nicht nur eine gründliche Mundhygiene und regelmäßige Zahnarztbesuche, sondern vor allem auch eine zahngesunde Ernährung. Und hier kommt insbesondere den Eltern eine wichtige Bedeutung bei der Erziehung ihrer Kinder zu. Denn die Ernährungsgewohnheiten setzen sich in der Familie fort.

Weitere Informationen finden Sie unter www.rundum-zahngesund.de, der Homepage der Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e.V.



Gesunde und schöne Kinderzähne


Gesunde und schöne Kinderzähne: Damit das so bleibt sind eine optimale Zahnpflege und eine zahngesunde Ernährung von Anfang an besonders wichtig.
Foto: Sektion Zahngesundheit im DGK

Service:
Das Foto kann von Redaktionen kostenlos per E-Mail angefordert werden unter: zahngesund(à)kilian.de



Kontakt:
Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e.V.

Sigrid Fehl
E-Mail: sigrid.fehl(à)kilian.de

Mirko Konrad
E-Mail: mirko.konrad(à)kilian.de

 


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