Pressemeldung 2006 - Neue Erkenntnisse in der Kariesforschung
Informationen zu:
Rundum, Zahngesund, Zahn, Zahnmedizin, Zaehne, Zähne, DGK, Wrigley Prophylaxe Preis 2006, Prof. Klimek, Karies, Zahnpflegekaugummi
skip_nav


Service-Content


Textanfang / Content

Sie sind hier: Rundum-Zahngesund / Presse / Pressearchiv / Pressemeldungen 2006 / Neue Erkenntnisse in der Kariesforschung
Neue Erkenntnisse in der Kariesforschung

Forscherteam der Zahnklinik der Justus-Liebig-Universität Gießen
mit Prophylaxe Preis ausgezeichnet

(Mainz/Marburg, 12. Mai 2006) Der Wrigley Prophylaxe Preis 2006 wurde am Freitag, 12. Mai 2006, im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) in Mainz verliehen. Forschergruppen aus Gießen und Bern sind die diesjährigen Preisträger der renommierten Auszeichnung der Wrigley Oral Healthcare Programs. Seit 13 Jahren fördern sie aktuelle Themen rund um die Zahn- und Mundgesundheit. Der Leiter der Gießener Zahnklinik und Sprecher der Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e. V., Professor Dr. Joachim Klimek, stellte die Preisträger und ihre Arbeiten vor:

Häufiges Erbrechen und Sodbrennen – Säureangriff auf die Zähne
Ausgezeichnet wurde eine Arbeit von Nadine Schlüter von der Zahnklinik der Universität Gießen. Sie untersuchte gemeinsam mit Carolina Ganß, ebenfalls von der Zahnklinik der Universität Gießen, welchen Einfluss das in der Magensäure enthaltene Verdauungsenzym Pepsin auf das Fortschreiten von Säureschäden am Zahn hat und ob vorbeugende Fluoridierungsmaßnahmen, die die Zähne vor Säureattacken schützen, durch Pepsin beeinträchtigt werden. Der Hintergrund: Gelangt immer wieder Magensäure in die Mundhöhle – etwa bei Menschen, die an Sodbrennen oder Ess-Brech-Sucht (Bulimie) leiden –, wird der Zahnschmelz durch Säuren allmählich aufgelöst.
Die Gießener Forscherinnen konnten nachweisen, dass Fluoride nach der Einwirkung von Pepsin nicht mehr wirksam sind. Im nächsten Schritt können nun in weiteren Studien vorbeugende Strategien zur Hemmung dieses Enzyms entwickelt werden, damit Fluoride ihre schützende Wirkung auf die Zähne entfalten können. In den letzten zwei Jahrzehnten lässt sich eine Zunahme von Menschen mit Essstörungen in unserer Gesellschaft nachweisen. Etwa drei Prozent der deutschen Frauen leiden beispielweise an Ess-Brech-Sucht (Bulimie). Vor diesem Hintergrund erhalten die Forschungsergebnisse eine besondere Relevanz.

Künstlicher Speichel als Säureschutz für Zähne
Weiter wurde der Chemiker Andreas Lamanda von der Universität Bern ausgezeichnet. Er entwickelte gemeinsam mit dem Zahnmediziner Adrian Lussi einen verbesserten künstlichen Speichel. Speichel schützt die Zähne vor Säureattacken, die durch das Essen und Trinken ständig vorkommen – beispielsweise beim Trinken von Orangensaft, Colagetränken oder auch Wein. Der Speichel umspült permanent die Zähne und bedeckt sie mit einem schützenden Film. Ist nicht genügend Speichel vorhanden, werden die Säuren aus der Nahrung nicht mehr optimal neutralisiert und es bildet sich sehr schnell Karies. Der von Lamanda entwickelte Speichelersatzstoff könnte die Lebensqualität von Patienten erheblich verbessern, die beispielsweise wegen einer Strahlenbehandlung im Kopfbereich weniger Speichel bilden, so die Meinung der Jury. Aber auch Patienten, die täglich Medikamente mit der Nebenwirkung Mundtrockenheit einnehmen, könne damit geholfen werden. Die Speichelersatzmittel könnten die Säuren neutralisieren und so für einen wirksamen Kariesschutz sorgen.


Zahnpflege mit Kaugummi
Bei der Preisverleihung wurde zudem die Bedeutung der Kariesvorsorge noch einmal herausgestellt: Zu einer optimalen Kariesvorsorge gehöre neben dem zweimal täglichen Zähneputzen, regelmäßiger professioneller Zahnreinigung und einer kontinuierlichen Fluoridzuführung auch die tägliche Zahnpflege zwischendurch – vor allem nach sauren und süßen Mahlzeiten tagsüber. Fast zwei Drittel der Zahnärzte werten einer aktuellen Umfrage zufolge Kaugummikauen als sinnvolle und praktische Prophylaxemaßnahme: Zahnpflegekaugummis erhöhen den Speichelfluss und können das Kariesrisiko deutlich senken.


Service:

 

Preisträger und Jury der Prophylaxe Preis-Verleihung 2006

Preisträger und Jury der Prophylaxe Preis-Verleihung 2006:
von links: Preisträgerin Dr. Nadine Schlüter (Gießen), die Juroren Prof. Klaus König (Nijmegen), Prof. Hans-Jörg Staehle (Heidelberg), Prof. Joachim Klimek (Gießen), Prof. Lutz Stößer (Jena), Jutta Reitmeier, Leiterin der Wrigley Oral Healthcare Programs, und Preisträger Dr. Andreas Lamanda (Bern).
Foto: Wrigley Oral Healthcare Programs

von links: Preisträgerin Dr. Nadine Schlüter, Prof. Joachim Klimek und PD Dr. Carolina Ganß von der Universität Gießen

von links: Preisträgerin Dr. Nadine Schlüter, Prof. Joachim Klimek und PD Dr. Carolina Ganß von der Universität Gießen. Foto: DGK

Zum Download klicken Sie auf die Fotos.


Weitere Informationen finden Sie unter www.wrigley-dental.de

 


Fusszeile / Impressum