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Mundgesundheit bei Kindern und Jugendlichen hat sich verbessert

Aber: Vorsorge-Konzepte insbesondere für Risikogruppen notwendig

(rz, Marburg, 16. April 2007) 70 Prozent der deutschen Kinder im Alter von 12 Jahren haben ein völlig gesundes Gebiss ohne Karies, Füllungen oder entfernte Zähne. Dies geht aus der Vierten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS IV) hervor, die das Institut der Deutschen Zahnärzte im Auftrag der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) durchgeführt hat.

Startet den Datei-DownloadEin Großteil der deutschen Kinder und Jugendlichen haben ein völlig gesundes Gebiss






Ein Großteil der deutschen Kinder und Jugendlichen haben ein völlig gesundes Gebiss ohne Karies, Füllungen oder entfernte Zähne. Foto: PhotoAlto

Im Vergleich zur DMS III aus dem Jahr 1997 ist bei den 12-Jährigen ein deutlicher Kariesrückgang um fast 60 Prozent zu verzeichnen. Im internationalen Vergleich nimmt Deutschland einen Spitzenplatz ein und unterbietet die Ziele der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für das Jahr 2010 deutlich. Erwartungsgemäß ist der Kariesbefall bei den 15-Jährigen höher: Hier hat etwa die Hälfte (46,1 Prozent) völlig gesunde Zähne. Für diese Altersgruppe liegen keine Vergleichszahlen aus der DMS III vor.

Die Hauptgründe für den Karies-Rückgang sind laut der Studie die verbesserte Mundhygiene, die Zufuhr von Fluoriden, die kontrollorientierte Inanspruchnahme zahnärztlicher Dienstleistungen so-wie die Zunahme der Fissurenversiegelung. „Bei dieser vorsorglichen Maßnahme werden tiefe Rillen oder Grübchen in den Kauflächen der Backenzähne mit einer dünnfließenden Kunststoff-schicht verschlossen. Sie verhindert das Eindringen von Bakterien, erleichtert die Reinigung und verhindert damit die Entstehung von Karies“, erklärt Professor Norbert Krämer, Leiter der Abteilung für Kinderzahnheilkunde an der Universität Dresden. Die Fissurenversiegelung, die rund drei Vier-tel der untersuchten Kinder und Jugendlichen erhalten haben, sei ein wichtiger Grund für das nied-rige Kariesaufkommen in diesen Altersgruppen, so Krämer. Bei Kindern und Jugendlichen werden die Kosten für die Fissurenversiegelung der großen Backenzähne von den Gesetzlichen Kranken-kassen übernommen.

Trotz des generellen Kariesrückgangs zeigt sich jedoch eine auffällige Schieflage in der Kariesver-teilung: So weisen zehn Prozent der untersuchten 12-Jährigen 60 Prozent aller Kariesfälle auf. Eine noch deutlichere Schieflage ist im Hinblick auf den Behandlungsbedarf zu erkennen: Nur 8,7 Prozent der Kinder haben sämtliche behandlungsbedürftige Zähne, die große Mehrheit von über 90 Prozent hingegen besitzt keinen einzigen defekten Zahn. Bei den 15-Jährigen verteilt sich der Anteil der zu sanierenden Zähne auf nur 17,8 Prozent der Jugendlichen.
Diesen Risikogruppen gehören laut DMS IV hauptsächlich Kinder aus sozial schwachen Familien an. Den höchsten Anteil kariesfreier Gebisse und die geringsten Kariesbefunde haben dagegen Kinder aus sozial höheren Schichten.

„Die Tatsache, dass die Mundgesundheit sehr stark sozialschicht- und bildungsabhängig ist, stellt die deutsche Zahnärzteschaft vor neue Herausforderungen, zeigt aber auch Grenzen der zahnme-dizinischer Betreuung auf. Gesundheitliche Chancengleichheit ist aus unserer Sicht eine Quer-schnittsaufgabe aller Politikfelder und kann nicht durch die Zahnärzteschaft allein gelöst werden“, kommentiert Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, diese Schiefla-ge in der Kariesverteilung.

Der Kariesbefall liegt bei den Kindern bei durchschnittlich 0,7 Zähnen, bei den Jugendlichen bei durchschnittlich 1,8 Zähnen, die akut kariös, aufgrund von Karies fehlen oder mit Füllungen ver-sorgt sind. Zusätzlich dazu wurden bei den Kindern jedoch durchschnittlich 0,9 Zähne, bei den Jugendlichen durchschnittlich 2,1 Zähne festgestellt, die eine Demineralisation des Zahnschmel-zes oder eine beginnende, nicht akute Karies aufweisen, also Vorstufen von Karies, die unbehan-delt und bei unzureichender Zahnpflege zu Zahnschäden führen können. Darüber hinaus zeigen die Studienergebnisse, dass das Kariesrisiko im Laufe des Jugendalters steigt. „Dies bedeutet, dass vorsorgeorientierte Betreuungskonzepte für diese Altersgruppen unbedingt notwendig sind. Angesichts der Schieflage der Kariesverteilung benötigen insbesondere die Risikogruppen gestei-gerte Präventionsmaßnahmen“, betont Oesterreich.


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Redaktionen können das Fotos auch kostenlos per E-Mail anfordern unter: zahngesund(à)kilian.de

Weitere Informationen: Dr. Wolfgang Micheelis, Prof. Ulrich Schiffner (Gesamtbearbeitung), Institut der Deutschen Zahnärzte (Hrsg.) Vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS IV)

 


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