Pressetexte der Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e.V. zu den Themen Raucherentwöhnung, Deutscher Zahnärztetag, Vollnarkose, IZZ, Presseforum, KZBV, BZÄK, DGZMK, AWMF, Leitlinien, Zahnärzte, Patienten, Professor Wagner, Rauchen, Mundhöhlenkr
Informationen zu:
Rundum, Zahngesund, Zahn, Zahnmedizin, Zaehne, Zähne, DGK, Raucherentwöhnung, Deutscher Zahnärztetag 2006, Vollnarkose, IZZ, Presseforum, KZBV, BZÄK, DGZMK, AWMF, Leitlinien, Zahnärzte, Patienten, Professor Wagner, Rauchen, Mundhöhlenkrebs
skip_nav


Service-Content


Textanfang / Content

Sie sind hier: Rundum-Zahngesund / Presse / Publikumspresse / Aktuelle Pressetexte / Pressetexte
Pressetexte

Tag der Zahngesundheit am 25. September 2009:
Mundgesundheit und Allgemeingesundheit untrennbar verbunden


- Presseinformation des Aktionskreises zum Tag der Zahngesundheit vom 11. September 2009 -

 
(Berlin, 11. September 2009) Ein wissenschaftlich besonders aktuelles Thema steht dieses Jahr im Fokus der Aktionen rund um den traditionellen Tag der Zahngesundheit am 25. September: Das aktuelle Motto „Gesund beginnt im Mund – krank sein oftmals auch“ weist als knappe Botschaft auf die komplexe gegenseitige Beeinflussung von Allgemeingesundheit und Mundgesundheit hin. Hier hat die Wissenschaft in letzter Zeit eine große Anzahl an Zusammenhängen erkannt, die eine veränderte Sichtweise auf die Zahnmedizin werfen und deutliche Relevanz haben für die Prävention von Erkrankungen und die Verbesserung von Heilungschancen.

Der Aktionskreis zum Tag der Zahngesundheit, der mit rund 30 Mitgliedsorganisationen interdisziplinär besetzt ist, hält es für wichtig und dringlich, sowohl Zahnmedizin, Medizin, Gesundheitspolitik und Krankenkassen, insbesondere aber auch die Bevölkerung auf die enge Verbindung von Mund- und Allgemeingesundheit hinzuweisen. Der gemeinsam gestaltete Tag der Zahngesundheit, dies wurde bei der zentralen Pressekonferenz zum Tag der Zahngesundheit am 11. September 2009 in Berlin betont, biete eine hervorragende Chance, auf breiter Ebene mehr Bewusstsein für diese Thematik zu schaffen.
 
„Zahnmedizin integraler Bestandteil des medizinischen Fächerkanons“
Als Sprecher der Bundeszahnärztekammer appellierte Vizepräsident Dr. Dietmar Oesterreich deshalb auch an alle Beteiligten, bei Prävention und Therapie von Zahn- und Munderkrankungen vermehrt auch allgemeinmedizinische Erkrankungen im Blick zu haben. Beispielhaft für Zusammenhänge von Erkrankungen im Zahn- und Mundbereich mit allgemeinmedizinischen Erkrankungen nannte Dr. Oesterreich Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, rheumatische Erkrankungen, chronische Atemswegserkrankungen, Magen- und Darmerkrankungen und nicht zuletzt Erkrankungen des Halte- und Stützapparates. Umgekehrt führt das Rauchen beispielsweise zu einer deutlichen Verschlechterung der Mundgesundheit. Studien zufolge könnten eine verbesserte Mundhygiene und die effiziente Behandlung von Munderkrankungen risikominimierend für allgemeinmedizinische Erkrankungen sein - eine Verbesserung der Allgemeingesundheit wiederum förderlich für die Mundgesundheit. Dr. Oesterreich: „Zahnmedizin ist ein integraler Bestandteil des medizinischen Fächerkanons.“

Deshalb und da die Zahnärzte neben den Hausärzten diejenige Arztgruppe sei, die über die meisten Patientenkontakte verfüge, käme Zahnärzten eine verstärkte Bedeutung auch für die Allgemeingesundheit zu. Auch der Wissensstand der Bevölkerung müsse verbessert werden – dies sei eine Aufgabe für ein ganzes Netzwerk bundesweiter Organisationen, der Tag der Zahngesundheit sei hierfür ein erfolgreiches Beispiel.
 
Die vermehrte Kenntnis medizinischer Aspekte müsse bereits in der Ausbildung der Zahnmedizinstudenten berücksichtigt werden. Die Novellierung der überfälligen Approbationsordnung sei mit dem Vorschlag der Zahnärzteschaft eingeleitet und seit Jahren gefordert – Reaktionen von Bundespolitik und Landespolitik seien seit langem überfällig. Aber auch die Kammern seien dazu aufgerufen, Fortbildung an medizinischen Inhalten auszurichten. Auch Politik und Gesellschaft müssten die neuen wissenschaftlichen Fakten entsprechend berücksichtigen: Bei der Diskussion über Allokation von Mitteln im Gesundheitswesen dürften mundgesundheitliche Aspekte nicht ausgeklammert werden, entsprechende Vorschläge der Zahnärzteschaft, wie beispielsweise Festzuschüsse, seien in Vorbereitung.
 
Besonders eng verzahnt: Parodontitis und Diabetes mellitus
Wie Prof. Dr. James Deschner (Universität Bonn), wissenschaftlicher Referent bei der zentralen Pressekonferenz zum Tag der Zahngesundheit 2009, verdeutlichte, zeigen Parodontitis und Diabetes mellitus viele Gemeinsamkeiten – und auch enge gegenseitige Wirkungen: Bei beiden Erkrankungen handele es sich um eine chronische Entwicklung, die lange Zeit unerkannt fortschreiten und die Lebensqualität beachtlich einschränken könne. Der bei Diabetes erhöhte Zuckerspiegel, der sich auch im Speichel und in Zahnfleischtaschen nachweisen ließe, führe insbesondere bei schlecht eingestellten Diabetikern zu krankhaften Veränderungen an den Blutgefäßen. Typische entzündungsfördernde Proteine lagerten sich nicht nur im Körpergewebe ab, sondern auch im Zahnhalteapparat und verstärkten dort eine sich entwickelnde orale Entzündung. Parodontitis muss somit als sechste Komplikation eines Diabetes angesehen werden.

Gleichzeitig zeigten Studien, dass durch eine Beseitigung der Infektion in der Mundhöhle der Blutzuckerspiegel bei Diabetes habe gesenkt werden können: Vermutlich hemmen die aus den infizierten Zahnfleischtaschen über die Blutbahn in den Körper wandernden Bakterien und Entzündungsmoleküle die Insulinwirkung mit der Folge eines höheren Blutzuckerspiegels: „Durch die Therapie einer Parodontitis“, so Prof. Dr. Deschner, „wird die Infektions- und Entzündungsquelle im Mund reduziert und dadurch offenbar die Wirkung des Insulins verbessert. “

Eng miteinander verbunden sei Parodontitis auch mit kardiovaskulären Erkrankungen – die Keime und Entzündungsmoleküle aus dem Zahnbett schädigten Blutgefäße und förderten Atherosklerose und Blutgerinnung. Auch hier können Parodontaltherapien risikominimierend wirken. Möglicherweise führen die Mundkeime und Entzündungsfaktoren auch zu vorzeitigen Wehen und zu Blasensprung sowie zu einer Wachstumshemmung des Föten im Mutterleib – erhöht sei dadurch das Risiko für Frühgeburtlichkeit und Untergewicht der Neugeborenen. Prof. Dr. Deschner: „Orale und systemische Gesundheit hängen stärker zusammen als bisher vermutet.“ Zahnarzt, Arzt und Patient müssten zusammenarbeiten, um Erkrankungen erfolgreich unter Kontrolle zu halten – so könnten negative Folgen minimiert werden.
 
Umfassender Ansatz wird begrüßt
Wie Dr. Michael Kleinebrinker als Vertreter des GKV-Spitzenverbandes im Rahmen der Pressekonferenz betonte, begrüßten die Krankenkassen den umfassenden Ansatz von Thematik und Ziel des diesjährigen Tages der Zahngesundheit ausdrücklich. Er wies auf die wichtige Rolle der Krankenkassen und ihr breit angelegtes präventives und therapeutisches Leistungsangebot für die Bevölkerung hin – bedauerte aber, dass trotz der hohen gesundheitlichen Bedeutung der Parodontitis nur ein kleiner Teil der Patienten bisher die notwendigen Versorgungsangebote in Anspruch nähme. Die Anzahl der an schwerer Parodontitis leidenden Menschen sei nach wie vor hoch, obwohl "in den letzten Jahren viel dafür getan wurde, um das Problembewusstsein für Zahnfleischerkrankungen zu verbessern.“ Zahnärztinnen und Zahnärzte seien daher umso mehr gefordert, ihr enges und vertrauensvolles Verhältnis zu ihren Patientinnen und Patienten zur Bewältigung dieser Problemlage zu nutzen – die Krankenkassen und der öffentliche Gesundheitsdienst „werden das zahnärztliche Engagement gern aktiv unterstützen, wo immer es geht.“
 
Weitere Informationen finden Sie auch unter: Opens external link in new windowwww.tag-der-zahngesundheit.de 

Kontakt:
Pressestelle zum Tag der Zahngesundheit,
Birgit Dohlus, Tel.: 030 / 3082 4682, info(à)zahndienst.de


Nach oben

Karies: Vorbeugen ist besser als Bohren
Colgate und die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) veranstalten zum neunten Mal den „Monat der Mundgesundheit“

- Pressemitteilung der Bundeszahnärztekammer -

(Berlin/Hamburg, 26. August 2009) In diesem Jahr widmet sich der „Monat der Mundgesundheit“ der „Volkskrankheit“ Karies. Zu diesem Anlass im Oktober haben Colgate und die Bundeszahnärztekammer  wieder eine Informationsbroschüre, dieses Jahr unter dem Titel „Vorbeugen ist besser als Bohren. Effektive Mundhygiene und Kariesprophylaxe“, veröffentlicht.
Auf 16 Seiten informiert das Heft über Ursachen, Vorbeugung und Behandlung von Karies. Patienten erfahren, dass die Entstehung dieser Zahnerkrankung ein komplexer Vorgang ist, der von mehreren Faktoren beeinflusst wird. Dabei klärt der Prophylaxe-Ratgeber über eine eigenverantwortliche Mundhygiene auf, damit die natürlichen Zähne bis ins hohe Alter gesund bleiben.
Neben der täglichen Zahnpflege zuhause mit Zahnbürste, fluoridhaltiger Zahnpaste und Hilfsmitteln zur Reinigung der Zahnzwischenräume gehören dazu die regelmäßigen zahnärztlichen Kontrolluntersuchungen sowie die Professionelle Zahnreinigung (PZR) in der Zahnarztpraxis. Weil auch das Essverhalten eine wichtige Rolle bei der Gesunderhaltung der Zähne spielt, gibt die Broschüre viele wertvolle Tipps zur zahngesunden Ernährung.
 
Der „Monat der Mundgesundheit“ findet bereits zum neunten Mal statt und wird in Kooperation von Colgate-Palmolive und der Bundeszahnärztekammer veranstaltet. Ziel der diesjährigen Aktion ist, die Öffentlichkeit über die verschiedenen Maßnahmen einer optimalen Kariesprophylaxe aufzuklären. Dank zahlreicher moderner diagnostischer Methoden ist es möglich, Karies früh zu erkennen und den Krankheitsverlauf aufzuhalten oder signifikant zu verlangsamen.
 
Der „Monat der Mundgesundheit“ findet nicht nur in Deutschland, sondern in allen Ländern der EU statt. In Zusammenarbeit mit den jeweiligen Zahnärzteorganisationen hat sich Colgate zum Ziel gesetzt, die langfristige Verbesserung der Mundgesundheit zu fördern. Speziell in Deutschland verlost Colgate im Rahmen der Aufklärungskampagne auch dieses Jahr wieder 1.000 Gutscheine für eine Professionelle Zahnreinigung im Wert von je 75 Euro.
 
Weitere Informationen rund um den „Monat der Mundgesundheit“, zu den bisher veröffentlichten Patientenbroschüren und weiteren Aktionen gibt es im Internet unter Opens external link in new windowwww.Monat-der-Mundgesundheit.de und Opens external link in new windowwww.bzaek.de

Hintergrundinformation
Effektive Prophylaxe schützt vor Karies
www.bzaek.de/list/presse/mdm09/MdM_09_PM_Broschüre.pdf
 
Studienergebnisse
Mundgesundheit der Deutschen wird immer besser
Colgate und die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) klären über Karies auf
www.bzaek.de/list/presse/mdm09/MdM_2009_PM_Mundgesundheitsstudie.pdf
 
Broschüre
Vorbeugen ist besser als Bohren - Effektive Mundhygiene und Kariesprophylaxe
www.bzaek.de/list/presse/mdm09/MdM_2009_Broschüre.pdf
 
Pressekontakt:
Bundeszahnärztekammer
Jette Krämer
Telefon 030 40005-150
j.kraemer(à)bzaek.de
presse(à)bzaek.de 


Nach oben

"Familienzahnarzt" nicht mehr in Gefahr:
Vertragszahnarzt bleibt auch künftig der über 68-Jährige

- Pressemitteilung der Bundeszahnärztekammer -

(Berlin, 17. Juni 2008) "Dies ist ein wichtiger Schritt für die flächendeckende gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung und gegen eine altersbedingte Benachteiligung bestimmter Berufsgruppen." - Der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, begrüßt die geplante Aufhebung der Altersbeschränkung von 68 Jahren für Vertragszahnärzte, wie sie das Bundesgesundheitsministerium (BMG) jetzt angekündigt hat.

Die von der BZÄK und anderen zahnärztlichen Organisationen angegriffene sogenannte "Altersgrenze" wird demnach fallen. Die gesetzliche Regelung gemäß § 95 Abs. 7 SGB V, nach der ein Zahnarzt oder eine Zahnärztin über 68 Jahren nicht mehr als Vertragszahnarzt tätig sein darf, soll durch eine Änderung bald der Vergangenheit angehören. "Die beabsichtigte Rücknahme der eingrenzenden Regelung ist ein Stück zur Liberalität der zahnärztlichen Berufsausübung", so BZÄK-Präsident Weitkamp. Mit der Neuregelung wird auch der Vorwurf des Berufsstandes, dass den Versicherten bei Erreichen der Altersgrenze die Behandlung durch den "Familienzahnarzt" genommen wird, hinfällig.

Die nunmehrige Aufhebung der schon seit Jahren umstrittenen Altersgrenze für Zahnärzte geht auf die Initiative des Bundestagsabgeordneten Dr. Rolf Koschorrek (CDU) zurück. Er hatte Anfang dieses Jahres einen entsprechenden sachlich fundierten Vorschlag eingebracht, der auch in einer Anhörung des Gesundheitsausschusses im März dieses Jahres positiv bewertet wurde, in den Koalitionsfraktionen durchgesetzt.


Pressekontakt:
Jette Krämer
Telefon 030 40005-150
presse(à)bzaek.de 


Nach oben

Zahnärztliche Behandlung - Chance zur Raucherintervention nutzen

BZÄK und Deutsches Krebsforschungszentrum informieren durch gemeinsame Patientenaufklärung

(bzäk, Berlin, 27. Mai 2008) Die Funktion des Zahnarztes beim Thema Rauchen / Raucherentwöhnung spielt eine zunehmend wichtigere Rolle: 76 Prozent der Erwachsenen und 66 Prozent der Jugendlichen gehen regelmäßig zur zahnärztlichen Kontrolluntersuchung* (mindestens einmal pro Jahr). Durchschnittlich 90 Prozent der in der Vierten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS IV) Befragten gehen immer zum selben Zahnarzt. Dieses Vertrauensverhältnis ist wichtige Basis für eine gute Mundgesundheit und bietet gleichzeitig gute Chancen gesundheitsbewusstes Verhalten zu fördern. Damit haben der Zahnarzt und sein Behandlungsteam gute Möglichkeiten, auch bei der Raucherentwöhnung eine wichtige Rolle zu übernehmen. Raucher haben nicht nur ein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen,  insbesondere auch der Mundhöhle, sondern sind auch vermehrt von schweren Parodontalerkrankungen betroffen. "Wer raucht verliert seine Zähne früher", erklärt der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Dietmar Oesterreich, anlässlich des Weltnichtrauchertages. "Mit durchschnittlich 10.000 Krebsneuerkrankungen der Mundhöhle pro Jahr und einer nach wie vor schlechten Prognose dieser Erkrankungen, muss die Aufklärung über einen wichtigen Risikofaktor wie das Rauchen Bestandteil der Beratung durch das zahnärztliche Team sein. Auch die hohe Anzahl der Parodontitiserkrankungen zwingt zur Raucherintervention, möglichst zu einem frühen Zeitpunkt", so Oesterreich weiter.

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) setzt sich schon seit Jahren verstärkt mit dem Thema Rauchen / Tabak und Mundgesundheit auseinander. Neben eigenen Informationen wie dem Policy Statement zum Thema Tabak und orale Gesundheit gibt die BZÄK immer wieder ihre fachliche Unterstützung für öffentlichkeitswirksame Patienteninformationen. Zuletzt dem Deutschen Krebsforschungszentrum zum Auftakt der Rauchstopp-Kampagne "Rauchfrei 2008" für das Faktenpapier "Rauchen und Mundgesundheit".

Alle Informationen sind auf der Homepage der Bundeszahnärztekammer www.bzaek.de in der Rubrik Patienteninformationen abrufbar.

*Vierte Deutschen Mundgesundheitsstudie Studie (DMS IV) des Instituts der Deutschen Zahnärzte


Pressekontakt
Jette Krämer
Telefon: 030 40005-150
presse(à)bzaek.de


Nach oben

Deutsche wissen zu wenig über Parodontalerkrankungen
Intensivere Aufklärung notwendig

(bzäk/kzbv, Berlin, 28. Februar 2008) Das Wissen der Deutschen um Ursachen und Folgen der Parodontitis ist trotz der großen Verbreitung der Erkrankung unzureichend und bruchstückhaft. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universitäten Gießen und Dresden im Auftrag der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) durchgeführt hat. In einer repräsentativen Befragung konnten mehr als 60 Prozent der gut tausend Befragten spontan keine Folgerisiken der Parodontitis wie Zahnverlust benennen. Fast 70 Prozent ist der Zusammenhang zwischen unzureichender Mundhygiene und ihrer Entstehung nicht bewusst.

Der Vorsitzende des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Jürgen Fedderwitz, forderte Konsequenzen aus der Studie: "Parodontitis hat bei den Erwachsenen und Senioren die Karies als Zahnkiller Nummer eins abgelöst. Sie hat zudem negative Wechselwirkungen mit Volkskrankheiten wie Diabetes oder Herzinfarkt. Deshalb müssen wir verstärkt unsere zahnärztliche Tätigkeit darauf ausrichten, damit wir das hohe Niveau der Mundgesundheit in Deutschland auf Dauer halten. Das wird sonst unser Sorgenkind."

Für den Vizepräsidenten der Bundeszahnärztekammer, Dr. Dietmar Oesterreich, steht dabei vor allem die Prävention im Vordergrund: "Wir können der Parodontitis mit einer guten häuslichen Mundhygiene und einer professionellen Begleitung durch den Zahnarzt in vielen Fällen erfolgreich entgegentreten oder ihr Fortschreiten verhindern. Deshalb muss sich die Aufklärungsarbeit weiterhin auf die Prävention konzentrieren und auch über gemeinsame Risikofaktoren auf die Mund- und Allgemeingesundheit gleichermaßen informieren, wie beispielweise das Rauchen."

Die Studie "Parodontitisrelevantes Wissen in der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland" steht unter www.kzbv.de und www.bzaek.de zum Download zur Verfügung.

Zum Hintergrund: Parodontitis, im Volksmund oft als 'Parodontose' bezeichnet, ist eine meist schleichend und schmerzlos verlaufende Erkrankung. Dabei kommt es zu Zahnfleischentzündungen, die chronisch werden, auf den Kieferknochen übergreifen und den gesamten Zahnhalteapparat schädigen. Am Ende des oft langjährigen Prozesses steht ohne Behandlung der Zahnverlust. Nach Ergebnissen der Vierten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS IV) des IDZ aus dem Jahr 2006 leiden bis zu 20 Prozent der 35- bis 44-Jährigen und bis zu 40 Prozent der 65-bis 74-Jährigen an einer schweren Form der parodontalen Erkrankung.


Pressekontakt:
Jette Krämer
Abt. Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Bundeszahnärztekammer
Telefon: 030 - 400 05-150, Fax: 030 - 400 05-159,
E-Mail: j.kraemer(à)bzaek.de

Dr. Reiner Kern
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung
Telefon: 030 - 280 179 27, Fax: 030 - 280 179 20
E-Mail: r.kern(à)kzbv.de

Nach oben


Euregiodent-Projekt der Zahnärzteschaft erfolgreich gestartet

euregio

Zahnärztekammer Nordrhein

Zahnärztekammer Westfalen-Lippe

Projektpartner des Euregio-Projektes

provincie Gelderland


Im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts „Praxis, Qualitätssicherung und Wissenschaft“ der Zahnärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe sowie der NMT (Nederlandse  Maatschappij tot bevordering der Tandheelkunde) ist nunmehr das erste Teilziel erreicht worden. So sind alle notwendigen Informationen zum zahnärztlichen Notfalldienst im Euregio-Gebiet in eine zentrale Patienteninformation eingepflegt worden. Diese enthält unter anderem die Notfalldienstnummern der betreffenden deutschen Zahnärzte in der Grenzregion (Euregio-Gebiet). Die entsprechenden Informationen sind über die Internetauftritte der Projektpartner (www.zaek-nr.de, www.zahnaerzte-wl.de, www.nmt.nl) sowie unter www.euregiogesundheitsportal.de abrufbar. Ziel ist, der Bevölkerung in der Grenzregion eine optimale, wohnortnahe, auch grenzüberschreitende zahnmedizinische Notfallversorgung  zu ermöglichen.

Die nächsten Projektschritte werden sich mit der Verbesserung der zahnmedizinischen Versorgung von Hochrisikokindern und Pflegeheimbewohnern sowie der Qualitätssicherung befassen.

Die Zahnärztekammer Nordrhein und Westfalen-Lippe sind die berufsständischen Vertretungen der in der jeweiligen Regionen tätigen Zahnärzte. Der NMT ist die Interessenvertretung der niederländischen Zahnärzte. Alle drei Institutionen arbeiten seit 2001 eng zusammen mit dem Ziel der Herbeiführung bzw. des Erhalts eines grenzüberschreitenden zahnmedizinischen Versorgung auf höchstem Niveau sowie der Erhöhung der Transparenz und Effizienz der zahnmedizinischen Versorgung der Patienten bei grenzüberschreitender Inanspruchnahme von zahnärztlichen Leistungen.

Das Projekt Grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung wird kofinanziert durch das EU-Programm INTERREG IIIA der Euregio Rhein-Waal und die Ministerien VWS der Niederlande und MWME Nordrhein-Westfalen sowie die Provinz Gelderland.


V.i.S.d.P.:

Dr. Rüdiger Butz


Dr. Rüdiger Butz
c/o Zahnärztekammer Nordrhein
Emanuel-Leutze-Straße 8
40547 Düsseldorf


Weitere Informationen zur Arbeitsgemeinschaft euregiodent: http://www.zm-online.de/m5a.htm?/zm/14_03/pages2/titel1.htm

Nach oben


Gesunde Zähne für die Kinder von Ladakh
Münsteraner Zahnarztpaar unterstützt Hilfsprojekt in Indien

Dr. Carsten Ordelheide bei Einsatz in Indien
Dr. Carsten Ordelheide bei seinem ehrenamtlichen
Einsatz in Ladakh/Indien.

(rz, Marburg, 14.01.2008) Ausgestattet mit Materialien, die unter anderem von der Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e. V. gespendet worden waren, reiste ein Münsteraner Zahnarztpaar im Juni 2007 in den Himalaya. Im indischen Ladakh befinden sich mehrere Projekte, die vom Verein "Kinder im Himalaya" betrieben werden. Das jüngste Projekt "Dental Health Care" (zahnärztliche Versorgung) startete im Jahr 2000. Seitdem gibt es in Ladakh eine Zahnstation mit zwei Behandlungseinheiten, die aber mangels einheimischer Zahnärzte nicht kontinuierlich besetzt werden kann. Daher werden mehrwöchige freiwillige Einsätze deutscher Zahnärzte organisiert.

Dr. Alexandra Ordelheide bei Einsatz in Indien
Dr. Alexandra Ordelheide aus Münster bei ihrem freiwilligen Hilfseinsatz in Ladakh im Sommer 2007. Privatfotos

Der Schwerpunkt von "Dental Health Care" liegt auf der Zahnsanierung aller Schulkinder in den von "Kinder des Himalaya" e.V. unterstützten Schulen. Mehr Informationen über das Projekt erhalten Sie im Internet unter www.kinderhimal.de.

Nach oben


Risiko für Magengeschwür künftig im Speichel erkennbar?

Wrigley Prophylaxe Preis 2007 in Düsseldorf verliehen

Wrigley Prophylaxe Preis 2007 in Düsseldorf verliehen(Düsseldorf, 22. November 2007) Wird man eines Tages Risikopersonen für Magenerkrankungen durch einen einfachen Speicheltest entdecken? Gilt die Regel „Zähneputzen immer nach dem Essen“ wirklich uneingeschränkt? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die diesjährigen Wrigley Prophylaxe Preisträger. Zwei Zahnmediziner aus Zürich und Regensburg nahmen auf dem Deutschen Zahnärztetag in Düsseldorf zu gleichen Teilen die Prämie von 10.000 Euro entgegen.

Magenbakterien - Vorkommen in der Mundhöhle nachgewiesen

Das Magenbakterium Helicobacter pylori ist weit verbreitet. Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung trägt den Keim, ohne jemals zu erkranken. Allerdings kann dieses Bakterium eine Reihe von Magenerkrankungen wie Geschwüre oder sogar Krebs auslösen, ohne dass die genauen Infektionswege bislang näher bekannt sind. Eine spezielle Antibiotikatherapie ist wirksam gegen Helicobacter pylori. Dr. Ralf Bürgers von der Universität Regensburg konnte in seiner Studie erstmals den Nachweis erbringen, dass dieses Magenbakterium bereits in der Mundhöhle vorkommen kann, ohne dass gleichzeitig der Magen infiziert ist. Die Studie deutet daraufhin, dass die Mundhöhle als potenzielles Reservoir und Übertragungsort für das Magenbakterium bei zukünftigen Therapien und Infektionsprophylaxestrategien eine wichtige Rolle spielen kann. Möglicherweise lässt sich zukünftig bereits durch einen Speicheltest ein erhöhtes Magengeschwürrisiko nachweisen.

Zähneputzen - für manche Menschen besser vor dem Essen

Säurehaltige Nahrungsmittel können den Zahnschmelz angreifen. Deshalb ging Dr. Annette Wiegand von der Universität Zürich in ihrer Studie der Frage nach, in welchen Fällen das Zähnebürsten besser vor statt nach dem Verzehr von Saurem durchgeführt werden sollte. Die Zahnmedizinerin konnte mit ihrer Untersuchung Hinweise aus früheren Studien bestätigen, wonach deutlich weniger Zahnhartsubstanz „weggeschrubbt“ wurde, wenn die Zähne vor dem Säurekontakt geputzt wurden. Bei Menschen mit Erosionsschäden am Zahnschmelz ist daher eine Verlegung des Putzzeitpunkts vor den Genuss von Saurem möglicherweise sinnvoll, auch wenn im Sinne einer Kariesvorbeugung grundsätzlich empfohlen wird, die Zähne sofort nach dem Essen zu putzen. Wer gerne Saures isst, sollte den Zahnarzt fragen, ob er zu der Risikogruppe mit besonders empfindlichem Zahnschmelz - etwa 10 bis 15 Prozent der Patienten - gehört, für den das Zähneputzen vor den Mahlzeiten besser ist.

Wrigley Oral Healthcare Programs, gegründet zur Förderung der zahnärztlichen Präventivmedizin, stiftet den Wrigley Prophylaxe Preis jährlich für herausragende zahnmedizinische Arbeiten aus Forschung und Praxis. In diesem Jahr wird der Preis zum 14. Mal verliehen. Die wissenschaftliche Schirmherrschaft für den Preis hat die Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) inne.

Generell gilt: Kaugummi für die Zahnpflege zwischendurch.

Zu einer optimalen Kariesvorsorge gehört das zweimal tägliche Zähneputzen. Zusätzlich empfehlen einer aktuellen Umfrage zufolge fast zwei Drittel der Zahnärzte mittlerweile Kaugummikauen als sinnvolle und praktische Prophylaxemaßnahme nach jeder Nahrungsaufnahme - insbesondere nach süßen oder sauren Speisen oder Getränken. Der Grund: Zahnpflegekaugummis erhöhen den Speichelfluss bis um das Zehnfache. Dies führt zu einer raschen Säureneutralisation und hilft so, die Zähne zu schützen. Das Kariesrisiko lässt sich so um bis zu 40 Prozent reduzieren, wie wissenschaftliche Studien nachweisen.

Service:

Wrigley Prophylaxe Preis 2007 in Düsseldorf verliehen

Die diesjährigen Preisträger Dr. Ralf Bürgers und Dr. Annette Wiegand (vorn) im Kreis der Jury und Jutta Reitmeier (rechts), Leiterin Wrigley Oral Healthcare Programs Deutschland. Foto: Wrigley Oral Healthcare Programs Zum Download klicken Sie auf das Foto.

Weitere Informationen:

kommed
Dr. Barbara Bethcke
Ainmillerstraße 34
80801 München
Tel. 089 / 38 85 99 48
Fax 089 / 33 03 64 03
E-Mail: bb(à)kommed-bethcke.de
www.wrigley-pressestelle.de

Nach oben


Ehrung für Verdienste im gruppenprophylaktischen Unterricht:
Sybille van Os-Fingberg erhält Tholuck-Medaille 2007

(Darmstadt, 19. Oktober 2007) Gesundheitspädagogin Sybille van Os-Fingberg von der LAG Berlin wurde mit der Tholuck-Medaille 2007 des Vereins für Zahnhygiene e.V. (VfZ) für ihr großes Engagement in der Zahngesundheitserziehung ausgezeichnet. Dies teite der VfZ mit. In seiner Laudatio anlässlich der Preisverleihung im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung der LAGZ Bayern am 19. Oktober 2007 im schwäbischen Kloster Irsee betonte Jörg Scheffler, Vorsitzender des Vereins, insbesondere die Leistungen der gelernten Zahnarzthelferin um den gruppenprophylaktischen Unterricht hier zu Lande. Im Rahmen Ihrer Tätigkeit bei der LAG Berlin bietet Sybille van Os-Fingberg Seminare an, in denen sie Konzepte zur Präventionsförderung an Kindergärten und Schulen vermittelt; auch ist sie erfolgreich als Autorin zum gleichen Thema tätig.

Prophylaxe leicht gemacht: Nach Meinung der Jury hat sich die diesjährige Preisträgerin mit ihren Unterrichtskonzepten und kreativen Spielmodulen zur Gruppenprävention in hohem Maße um Formen einer besonders ansprechenden Zahngesundheitserziehung für Kinder von 3 bis 12 Jahren verdient gemacht. Sybille van Os-Fingberg hat dazu Rahmenbedingungen und altersgerechte, realitätsorientierte Prophylaxeziele für einen lebendigen Präventionsunterricht definiert und für die praktische Umsetzung durch die LAG-Teams aufbereitet.

Nach dem Motto „Von Praktikern für Praktiker!“ bietet sie im Rahmen der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft spezielle Seminare für Kindergärten, Grund- und weiterführende Schulen sowie zur Arbeit mit behinderten Kindern und Jugendlichen an. Darin werden das Umfeld, also die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Zahngesundheitserziehung, sowie die zielgerichtete Kommunikation mit Erziehern, Lehrern und Eltern ebenso dargestellt wie auch eine moderne und umsetzbare Methodik vermittelt: Emotionales Lernen mit Erlebnisunterricht und Lernen im Spiel stehen bei Sybille van Os-Fingberg im Vordergrund. So schafft die ausgebildete Zahnarzthelferin, die als Assistentin und Gesundheitspädagogin bei der LAG Berlin unter Geschäftsführung von Rainer Grahlen tätig ist, zusammen mit ihren Kolleginnen einen lebendigen Prophylaxeunterricht mit praktischen Übungen, Spielen zur Zahngesundheit und gemeinsamer Erprobung. Auch als Co-Autorin des Buches „Rund um den Mund“ und weiterer Veröffentlichungen gibt sie konkrete Anleitungen zu lehrreichen Gruppenspielen – immer mit dem Ziel, Freude an der Prophylaxe zu wecken und die Motivation, das Wissen und die Fertigkeiten für gesunde Zähne zu fördern.

Aufgrund ihrer und der mit der LAG Berlin entwickelten Unterrichtskonzepte und ihres großen Engagements für eine verbesserte Kinder- und Jugendprophylaxe insgesamt fügt sich Sybille van Os-Fingberg hervorragend in die Liste der Preisträger der Tholuck-Medaille ein, die nach dem Frankfurter Obermedizinalrat in Ruhe Dr. Hans-Joachim Tholuck benannt wurde. Verliehen wird diese Auszeichnung seit 1973 an Persönlichkeiten, die sich um die zahngesundheitliche Aufklärung und Erziehung verdient gemacht haben. Der Jury gehören Vertreter des Arbeitskreises Zahnmedizinische Information, der Bundeszahnärztekammer, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, des Bundesverbandes der Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege und des Vereins für Zahnhygiene e.V. an.

Nach oben


Rolle des Zahnarztes bei der Raucherentwöhnung wächst

BZÄK und Deutsches Krebsforschungszentrum planen
gemeinsame Aktivitäten zur Raucherentwöhnung in den Zahnarztpraxen

(bzäk, Berlin, 30. Mai 2007) Der Mundraum ist von den negativen Auswirkungen des Rauchens gleich mehrfach betroffen: Der Nikotin-Missbrauch verursacht orale Erkrankungen wie Parondontitis, bis hin zum Mundhöhlenkrebs oder verschlechtert deren Prognosen. "Aus zahnmedizinischer Sicht gibt es viele gute Gründe, nicht nur die Patienten über die schädlichen Wirkungen aufzuklären, sondern auch in der Raucherentwöhnungstherapie seinen Beitrag zu leisten", so der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dr. Dietmar Oesterreich, anlässlich des Weltnichtrauchertages 2007. Der Zahnarzt sei dabei schon deshalb ein wichtiger Ansprechpartner für den Patienten, weil er der am häufigsten aufgesuchten Arztgruppe angehört und Auswirkungen des Tabakmissbrauchs in der Mundhöhle frühzeitig
erkennen kann. In diesem Zusammenhang weist Oesterreich daraufhin, dass angesichts ihres besonderen Erkrankungsrisikos Raucher die halbjährliche Kontrolluntersuchung nicht nur regelmäßig in Anspruch nehmen, sondern die Kompetenz des Zahnarztes dem Patienten bei der Raucherentwöhnung zu helfen nutzen sollten.

Die BZÄK plant, gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) die Herausgabe eines entsprechenden Leitfadens für Zahnärzte zum Thema "Mundgesundheit und Tabak". "Gemeinsam wollen wir es schaffen, dass der Zahnarzt seine Chancen, in Kooperation mit anderen medizinischen Fachbereichen nutzt, um ein wichtiges Gesundheitsrisiko für medizinische und zahnmedizinische Erkrankungen zu vermeiden," erklärt BZÄK-Vizepräsident Oesterreich.


Pressekontakt:
Jette Krämer,
Tel.: 030/ 40005-150
E-Mail: presse(à)bzaek.de

Nach oben


Munderkrankungen auch psychisch verursacht
Neuer Leitfaden der BZÄK soll Zahnärzte beim Erkennen psychosomatischer Störungen unterstützen

(bzäk, Berlin, 30. November 2006) Wie eng Psyche und Zähne zusammen gehören, hat der Volksmund schon lange erkannt: Man beißt sich durch, auf Granit oder die Zähne zusammen, zeigt sie dem Gegner, nimmt etwas zähneknirschend hin oder kaut an Problemen. Rund ein Viertel der Bundesbürger leidet unter pychosomatischen oder psychischen Erkrankungen. Aber auch die extreme Angst vorm Zahnarzt, die bis zu 10 Prozent der Bevölkerung plagt, fällt in diesen Zusammenhang.

Ein „Leitfaden für Zahnärzte zur Psychosomatik in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde“ soll dem Zahnarzt in Zukunft einen wissenschaftlich begründeten und gleichzeitig praxisnahen Problemaufriss liefern, psychische Probleme frühzeitig zu erkennen und bei der Lösung zu helfen. Er wird von der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) herausgegeben und ist von Vertretern des Arbeitskreises Psychologie und Psychosomatik in der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) erarbeitet worden.

Anlässlich des Deutschen Zahnärztetages 2006 in Erfurt wurde er der Öffentlichkeit vorgestellt. „Der Leitfaden stellt die wesentlichen psychosomatischen Störungen, Krankheitsbilder und therapeutischen Ansätze im zahnärztlichen Versorgungsalltag dar und führt darüber hinaus in die professionsübergreifende Zusammenarbeit ein“, erläutert BZÄKVizepräsident Dr. Dietmar Oesterreich. „Er soll die zahnärztliche Diagnostik und Therapie um den psychosomatischen Blickwinkel erweitern.“
Denn organisch nicht erklärbare Beschwerden im Mundraum können psychischer Natur sein. Hier helfen rein zahnärztliche Maßnahmen dann nicht mehr weiter. Dr. Oesterreich: „Manchmal ist der Zahnarzt der Erste, der die psychischen Probleme eines Patienten erkennen kann.“

Auf aktuelle Zahlen bezieht sich PD Dr. Anne Wolowski (Münster), um die Bedeutung psychosomatischer Aspekte zu unterstreichen. Die erste Vorsitzende des Arbeitskreises Psychologie und Psychosomatik in der DGZMK verweist auf einen oft jahrelangen und schmerzhaften Leidensweg der Patienten.
Rund ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland leidet zu einem gegebenen Zeitpunkt ihres Lebens unter einer psychischen oder psychosomatischen Erkrankung. Da im Unterschied zu Facharztpraxen der Zahnarzt die „Allgemeinbevölkerung“ behandelt, kann man davon ausgehen, dass etwa 20 Prozent der Patienten, die mit Beschwerden in eine Zahnarztpraxis kommen, psychisch beeinträchtigt sind.
„Um diesen Menschen besser helfen zu können, haben wir einen interdisziplinären Ansatz entwickelt, der neben weiteren Fachdisziplinen der Medizin, wie Radiologie, Orthopädie, Rheumatologie, Neurologie oder Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, auch die Psychosomatische Medizin mit einbezieht“, so Dr. Anne Wolowski.

Auf Basis des Leitfadens soll der Zahnarzt künftig besser klären können, wann ein Patient weiterreichende Hilfe benötigt. Er unterstützt bei der biopsychosozialen Anamnese und der Patientenführung. Gleichzeitig steht der Leitfaden auch als Beleg einer vom Berufsstand selbst getragenen zahnärztlichen Fortbildung, die sich thematisch und fachlich an den Bedürfnissen der Patienten und nicht an denen staatlicher Zwangsvorgaben ausrichtet.

Den Leitfaden „Psychosomatik in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde“ können interessierte Zahnärzte bei ihren zuständigen (Landes-) Zahnärztekammern anfordern.

Pressekontakt:
Jette Krämer,
Tel.: 030/ 40005-150
E-Mail: presse(à)bzaek.de

Nach oben


Bundeszahnärztekammer und
Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

Deutscher Zahnärztetag 2006
Können des Zahnarztes ist nicht durch Paragraphen zu ersetzen

Deutscher Zahnärztetag 2006 in Erfurt: Freiberufliche Verantwortung contra staatlichen Dirigismus

(bzäk, Erfurt, 24. November 2006) Die Verteidigung der Freiberuflichkeit und Selbstverwaltung gegen staatlichen Dirigismus verbunden mit echter Wettbewerbssteigerung auf dem Gesundheitsmarkt sowie Schaffung einer patientengerechten, wissenschaftlich gestützten Leistungsbeschreibung sind die politischen Kernforderungen des deutschen Zahnärztetages 2006 in Erfurt unter dem Motto "Standespolitik - Praxis - Wissenschaft". Der zum Deutschen Zahnärztetag veranstaltete wissenschaftliche Kongress widmet sich der "Entscheidungsfindung in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde" und wird von der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (DGP) sowie der Landeszahnärztekammer Thüringen organisiert.

Die deutschen Zahnärzte wehren sich gegen die schleichende Staats-Übernahme sämtlicher Weichenstellungen im Gesundheitsmarkt. Die in den aktuellen Gesetzesvorhaben "Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)", Versicherungsvertragsgesetz und Vertragsarztrechtsänderungsgesetz ablesbare Tendenz bedeutet eine weiter zentralisierte Verwaltungswirtschaft. Diese wird dem vom primär humanen Anliegen des Heilens geprägten Gesundheitswesen nicht mehr gerecht. Kennzeichnend für einen freien Beruf ist die Verantwortung des Zahnarztes gegenüber seinem Patienten. Dabei kommt es auf das eigene Können und Wissen, die persönliche Kreativität und Erfahrung sowie die Unabhängigkeit in der Entscheidungsfindung an. Diese igenschaften können im Sinne der Patienten nicht durch Paragraphen ersetzt werden.

Die Liberalisierung des Berufsrechts begrüßen die deutschen Zahnärzte, sie vermissen aber den weiter ausbleibenden Wettbewerb unter den Krankenkassen. Den mit der Einführung des Basistarifs in der Privaten Krankenversicherung (PKV) vollzogenen Bruch der beiden Systeme GKV und PKV lehnen sie als überflüssig auch hinsichtlich des Sicherstellungsauftrages ab. Dagegen sei eine an den Erkenntnissen einer präventionsorientierten Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde orientierte Leistungsbeschreibung und Honorarordnung im Sinne der Patienten dringend erforderlich.

Unter Berücksichtigung wissenschaftlich evidenter Wechselwirkungen zwischen Erkrankungen des Mundraums und denen des Gesamtorganismus kommt der zahnmedizinischen Prävention eine immer größere Bedeutung zu. Gestützt auf die positiven Ergebnisse der IV. Deutschen Mundgesundheitsstudie, die eine Verbesserung der allgemeinen Mundgesundheit ausweist, mahnen die Zahnärzte eine stärkere Einbindung ihrer Fachkenntnisse bei der Gesetzesgestaltung im Gesundheitswesen an.

Da genetische, soziale, verhaltensbedingte, umweltbedingte oder durch andere Krankheiten verursachte Risikofaktoren zu Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten und in Ihrer Wechselbeziehung zum Gesamtorganismus ursächlich zu allgemeinen Erkrankungen führen können, muss deren angemessene Versorgung auch weiter Bestandteil eines allgemeinen Versicherungsschutzes mit Festzuschüssen und Kostenerstattung werden. Der gegenüber der Medizin häufig wesentlich größeren Auswahl an wissenschaftlich fundierten Therapiemöglichkeiten bei gleicher Diagnose muss dabei entsprechend Rechnung getragen werden.


Kontakt:

Jette Krämer
Abt. Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Bundeszahnärztekammer
Tel.: 030 400 05-150
Fax: 030 400 05-159
E-mail: j.kraemer(à)bzaek.de


Markus Brakel
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund-
und Kieferheilkunde
Tel.: 0211 718 36 01
Fax: 0211 718 35 82
E-mail: markus.brakel(à)dgzmk.de

Bildmaterial kann unter www.axentis.de/dzt2006_presse01 heruntergeladen werden.

Nach oben


Mundgesundheit in Deutschland immer besser -
dennoch gesundheitspolitischer Handlungsbedarf
Zahnärzteorganisationen stellen bundesweite Studie zur Mundgesundheit vor

(bzäk, Berlin, 21.11.2006) Die Karies ist in Deutschland dank intensiver Prophylaxe und guter zahnärztlicher Versorgung weiter auf dem Rückzug. 12-Jährige haben heute im Schnitt nur 0,7 kariöse, gefüllte oder wegen Karies fehlende Zähne. 1997 lag der Wert noch bei 1,7.
Deutschland hat sich damit eine internationale Spitzenposition bei der Mundgesundheit von Kindern erobert. Auch bei Erwachsenen und Senioren sind Zahnverluste deutlich rückläufig.
Das ist die Essenz der Vierten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS IV), die das Institut der Deutschen Zahnärzte im Auftrag der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) durchgeführt hat. Die Studie wurde jetzt in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt.

Doch die Erfolgsstory der Kariesbekämpfung hat auch eine andere Seite: Parodontalerkrankungen, also chronisch-entzündliche Erkrankungen von Zahnfleisch und Kieferknochen, sind auf dem Vormarsch. Auch sie führen häufig zum Zahnverlust. Dazu der Vorstandsvorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Jürgen Fedderwitz: "Etwa 20 Prozent der Erwachsenen und 40 Prozent der Senioren leiden in Deutschland unter einer schweren Parodontitis. Das ist, so paradox das klingt, auch eine direkte Konsequenz unserer Erfolge in der Kariesbekämpfung. Da die Menschen heute ihre Zähne länger behalten, steigt ihr Parodontitisrisiko. Das führt schnell zu einer Unterversorgung, die wir angehen müssen. Das ist die Front, an der die zahnmedizinischen Schlachten der nächsten zwanzig Jahre geschlagen werden."

Doch die Zahnärzteorganisationen sehen auch auf anderen Gebieten Handlungsbedarf. Darauf wies der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Dr. Jürgen Weitkamp hin: "Aus der demografischen Entwicklung ergeben sich weitere Herausforderungen im Zusammenhang mit der medizinischen Bedeutung der Zahnmedizin und der Wechselwirkung von Erkrankungen im Zahn-, Mund- und Kieferbereich mit dem Gesamtorganismus. Wir brauchen angesichts der älter werdenden Gesellschaft eine weitere Betonung der Alterszahnheilkunde. Außerdem haben wir gerade in der Kariesbekämpfung noch eine Schieflage. Zehn Prozent der Kinder, zumeist aus sozial schwachen Familien, haben 60 Prozent aller Kariesfälle. Neben der gesundheitspolitischen stellt sich hier auch eine sozial- und bildungspolitische Aufgabe."

Zum Hintergrund: Die Vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS IV) ist eine repräsentative Querschnittsuntersuchung, für die das Institut der Deutschen Zahnärzte zwischen Februar und September 2005 in neunzig Städten und Gemeinden insgesamt 4.631 deutsche Staatsangehörige aus vier Altersgruppen befragt und zahnmedizinisch untersucht hat. Als Wiederholungsuntersuchung zur Dritten Deutschen Mundgesundheitsstudie zeigt sie die Entwicklung der Mundgesundheit seit 1997 auf. Eine Kurzfassung der Studie steht zum Download unter www.kzbv.de oder www.bzaek.de zur Verfügung.

Pressekontakt:
Dr. Reiner Kern
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung
Tel.: 030 - 280 179 27
Mobil: 0173 - 260 31 67
E-Mail: kzbv.presse(à)kzbv.de

Jette Krämer
Abt. Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Bundeszahnärztekammer
Tel.: 030 - 400 05 150
Mobil: 0176 - 522 228 58
E-Mail: presse(à)bzaek.de

Nach oben

 


Fusszeile / Impressum