Zahnästhetik
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Zahnästhetik

Zahnreinigung und Zahnaufhellung (Bleaching)

Unsere Zähne können ihre Farbe mit zunehmenden Alter verändern. Für viele Menschen wird es jedoch in der heutigen Zeit immer wichtiger, nicht nur gesunde, sondern auch schöne, strahlend weiße Zähne zu haben. Da gerade Zahnverfärbungen das ästhetische Erscheinungsbild eines Menschen beeinträchtigen, werden eine professionelle Zahnreinigung und die Zahnaufhellung (Bleaching) immer stärker nachgefragt. Zur Verbesserung des Erscheinungsbildes verfärbter Zähne stehen heutzutage verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Diese orientieren sich an der Art der Verfärbungen.


Externe Verfärbungen

Generell unterscheidet man zwischen externen und internen Verfärbungen. Unter externen Verfärbungen versteht man Ablagerungen auf der Zahnoberfläche. Diese können unter anderem aus Bestandteilen von Nahrungs- und Genussmitteln (z.B. Kaffee, Tee, Rotwein usw.), Tabak sowie Medikamenten und Chemikalien wie Mundspül- oder Fluoridlösungen bestehen.

Querschnitt eines Schneidezahns mit internen und externen Verfärbungen

Querschnitt eines Schneidezahns mit internen und externen Verfärbungen (nach Prof. Dr. Joachim Klimek, Universität Gießen).
Quelle: Wrigley Oral Healthcare Programs<>/p>


Professionelle Zahnreinigung

Durch eine professionelle Zahnreinigung lassen sich externe Verfärbungen in den meisten Fällen problemlos beseitigen. Bei einem solchen Verfahren reinigt und glättet der Zahnarzt die Zähne mit speziellen Reinigungspasten und Polierinstrumenten. Auf diese Weise soll die Neuansiedlung von Bakterien so gering wie möglich gehalten werden. Hartnäckige Verfärbungen lassen sich beispielsweise mit speziellen Pulverstrahlgeräten entfernen. Dabei wird einem unter Druck stehenden Luft-Wasser-Gemisch ein auf die Zahnhärte abgestimmtes Salz beigemischt, so dass der Zahnschmelz nicht angegriffen wird. Verfärbungen kann der Zahnarzt so auch an schwer zugänglichen Stellen gut entfernen.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Prophylaxe von Zahnbelag (Plaque, Biofilm). Durch eine gründliche Mundhygiene und Zahnpflege lassen sich in der Regel externe Verfärbungen vermeiden. Zahnärzte empfehlen deshalb, zweimal am Tag die Zähne gründlich drei Minuten mit Zahnbürste und Zahnpasta zu putzen sowie zusätzlich einmal Zahnseide und/oder Zahnzwischenraumbürsten zu verwenden.


Speichel hilft, externe Verfärbungen zu verhindern

Was kann man aber unterwegs tun, wenn keine Gelegenheit besteht, die Beläge durch die Zahnbürste zu entfernen? Hier gilt: je mehr Speichel fließt, desto weniger weniger externe Verfärbungen können entstehen. Der Grund: Speichel spült Nahrungsmittelreste weg und trägt dazu bei, dass sich Farbstoffe gar nicht erst im oberflächlichen Zahnbelag ablagern. Sehr wirksam (bis um das Zehnfache) lässt sich der Speichelfluss durch 20-minütiges Kauen eines zuckerfreien Zahnpflegekaugummis steigern. Dies kann helfen, Farbablagerungen zu verhindern.


Interne Verfärbungen

Interne Verfärbungen entstehen durch Ablagerungen im Zahninneren. Diese können unterschiedliche Ursachen haben. Sie können einmal durch Farbstoffe entstehen, die durch Nahrungs- und Genussmittel wie Kaffee, Tee, Tabak oder Rotwein von außen in den Zahn eindringen. Andererseits können Faktoren vom Körperinneren her Verfärbungen verursachen. Dazu gehören beispielsweise Farbstoffe, die sich bereits während der Zahnentwicklung in die Zahnhartsubstanzen einlagern, bestimmte Erkrankungen oder Nebenwirkungen einiger Medikamente. Auch infolge einer Wurzelkanalbehandlung können interne Verfärbungen entstehen, wenn etwa nicht das gesamte Weichgewebe aus dem Kronenkavum entfernt wurde.

Da in solchen Fällen die professionelle Zahnreinigung in der Regel nicht mehr ausreicht, um die Verfärbungen zu entfernen, wendet der Zahnarzt ein Aufhellungsverfahren, das so genannte Bleaching (Bleichen) an.


Zahnaufhellung (Bleaching)

Die Art des Aufhellungsverfahrens richtet sich danach, ob es sich um einen vitalen (“lebenden”) oder einen avitalen (“toten”) Zahn handelt. Als avital (auch: devital) bezeichnet man Zähne, denen im Rahmen einer Wurzelkanalbehandlung der Zahnnerv (Pulpa) entfernt wurde.

Vitale Zähne (“lebende” Zähne, die noch einen Zahnnerv haben) werden extern aufgehellt. Dies geschieht mit Hilfe eines speziellen Gels, das die Wirkstoffe Wasserstoffperoxid oder Carbamidperoxid enthält.

Sollen einzelne Zähne aufgehellt werden, kommt meist das Intensiv-Bleaching zum Einsatz. Dabei trägt der Zahnarzt ein hochkonzentriertes Gel auf den betroffenen Zahn auf, das durch Lichtbestrahlung aktiviert werden kann.

Homebleaching

Beim Aufhellen ganzer Zahnreihen ist in den meisten Fällen das “Homebleaching” das Mittel der Wahl, das meist über etwa zwei Wochen angewendet wird. Bei diesem Verfahren wird für den Patienten individuell eine Kunststoffschiene angefertigt, auf die das Bleichgel aufgetragen wird. Diese kann der Patient zu Hause unter zahnärztlicher Einweisung zirka eine Stunde tragen. Da die Schiene kurz unter dem Zahnfleischsaum endet, werden Verletzungen des Zahnfleischs durch das Bleichmittel vermieden. Wenn ein höher konzentriertes Gel für das Aufhellen notwendig ist, sollte die Behandlung in der Zahnarztpraxis erfolgen.
WhitestripsVielfach genutzt wird die Anwendung von Gel benetzten Kunststoffstreifen aus durchsichtiger, flexibler Folie, die etwa zwei Wochen lang zweimal täglich für eine halbe Stunde den Zähnen aufliegen. Der speichelundurchlässige Streifen sorgt dafür, dass das Gel lange genug auf den Zähnen bleibt, ohne weggespült zu werden. (Foto: blend-a-med)

Bleaching in der Zahnarztpraxis

Vitale Zähne werden intern gebleicht, das heißt der Zahnarzt öffnet den “toten” und bereits wurzelkanalbehandelten Zahn und führt in die Höhle des Zahnnervs eine Bleichlösung ein. Die Bleichlösung bleibt für drei bis fünf Tage in dem Zahn, bevor dieser mit einem zahnfarbenen Füllungsmaterial wieder verschlossen wird. Dieses Verfahren wird als “Walking-Bleach” bezeichnet.

Das Bleaching sollte in jedem Fall unter zahnärztlicher Überwachung und vorheriger Untersuchung durchgeführt werden. Die unsachgemäße Anwendung von Bleichmitteln kann zu Schäden insbesondere am empfindlichen Zahnfleisch führen. Bei richtiger und sorgfältiger Anwendung hingegen ist die Gefahr von Nebenwirkungen jedoch eher gering. Allerdings gibt es diesbezüglich noch wenige aussagekräftige klinische Langzeituntersuchungen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) hin.


Veneers

Hat eine Zahnaufhellung nicht den gewünschten Effekt oder sollen Zahnzwischenräume und schief stehende Zähne korrigiert werden, bieten Veneers eine alternative Behandlungsmöglichkeit. Veneers sind hauchdünne, lichtdurchlässige Schalen aus Keramik oder Kunststoff. Diese werden auf den Zahn geklebt und verdecken somit “unschöne” Stellen. Veneers werden in der Regel an den Schneidezähnen angewandt. Sie decken Verfärbungen perfekt ab, sind ideal, um abgebrochene Ecken zu versorgen, können neue Zahnformen schaffen und sind von den natürlichen Zähnen kaum zu unterscheiden. Ein Vorteil von Veneers gegenüber Kronen besteht darin, dass deutlich weniger gesunde Zahnsubstanz abgeschliffen werden muss, um das Veneer aufzukleben. Allerdings sind Veneers auch teurer, da für die Herstellung viel Präzision und Zeit notwendig ist. Und nicht jeder Zahn ist für die dünnen Verblendschalen geeignet. Bei zu stark zerstörten Zähnen helfen oft nur Kronen oder Brücken.


Kronen

Kronen werden vor allem dann verwendet, wenn große Teile des Zahns etwa durch eine ausgeprägte Karies zerstört sind und der Schaden zu groß ist, um ihn mit einer plastischen Füllung, einem Inlay oder einer Teilkrone zu versorgen. Als Krone bezeichnet man die Ummantelung eines Zahns mit einer Metalllegierung, Keramik oder Kunststoff. Sie hat die Aufgabe, den Zahn wiederherzustellen.

Bevor ein Zahn überkront werden kann, muss Karies vollständig entfernt und der Zahn mit Aufbaufüllungen versorgt sein. Für die Überkronung wird der Zahn präpariert: Der Zahnarzt muss einen Teil der gesunden Zahnsubtanz (bis zu 60 Prozent) abtragen. Anschließend wird der Zahnstumpf abgeformt und vom Zahntechniker die Krone angefertigt. Wie viel Zahnsubstanz entfernt werden muss, hängt von Art und Material der Krone ab. Zudem sollte eine ausreichend dicke Schicht gesunder Zahnsubstanz zum Schutz des Zahnmarks (Pulpa) übrig bleiben.

Vollkrone/Teilkrone

Zur Anfertigung von Kronen stehen mittlerweile eine Reihe von Materialien und zahntechnischen Verfahren zur Verfügung. Zunächst muss abgeklärt werden, ob eine Vollkrone nötig ist, oder ob eine Teilkrone ausreicht. Bei einer Vollkrone werden alle Flächen des Zahns ummantelt, bei einer Teilkrone nur bestimmte Areale des Zahns. Diese Kronen bestehen aus einer hochgoldhaltigen Legierung oder aus keramischen Werkstoffen. Hochgoldhaltige Legierungen werden zumeist zur Ummantelung der kaum sichtbaren Backenzähne verwendet.

Verblendkrone

Verblendkronen sind in der Regel auf der sichtbaren Seite des Zahn mit zahnfarbenem Material wie Keramik oder Kunststoff verblendet. Die zahnfarbene Verkleidung kann sich jedoch auch auf alle Seiten des Zahns erstrecken. In diesem Fall spricht man von einer Vollverblendung. Diese Kronenart besteht in den meisten Fällen aus Metall und Keramik. Dabei wird auf einer geeigneten Metall-Legierung Keramikmasse aufgebrannt. Anstelle der Metall-Legierung kann auch eine aufgalvanisierte Feingoldschicht verwendet werden, auf die die Keramik aufgebracht wird (Galvanokronen).

Mantelkronen
Die Mantelkrone – auch Jacket-Krone genannt – besteht ausschließlich aus Keramik, wodurch eine besonders natürliches, zahnästhetisches Ergebnis erzielt wird. Auf ein Metallgerüst wird bei dieser Kronenart ganz verzichtet. Bei dem Verfahren werden verschiedene Keramikschichten aufeinander aufgebracht

Wurzelstiftverankerte Kronen

Ist der Zahn stark zerstört , können am natürlichen Zahn keine normale Kronen mehr befestigt werden. Dann greift man auf wurzelstiftverankerte Kronen bzw. Aufbaufüllungen zurück. Im Wurzelkanal des Zahns wird ein Stift mit entsprechendem Aufbau eingesetzt, auf dem die Krone anschließend genügend Halt hat.


Brücken

Brücken dienen dazu, fehlende Zähne zu ersetzen. Sie werden bei kleinen und mittleren zahnbegrenzten Lücken im Front- und Seitenzahnbereich eingesezt. In diesem Fall bilden die oben beschriebenen Kronenarten die so genannten Anker der Brücke. Ein Zwischenglied (Brückenglied), das die beiden Anker verbindet, ersetzt den oder die fehlenden Zähne. Die überkronten, lückenbegrenzenden Zähne, die als Anker der Brücke dienen, werden Anker- oder Pfeilerzähne genannt. Voraussetzung für die Versorgung mit einer Brücke ist, dass sich die zu überkronenden Zähne als Pfeiler- oder Ankerzähne eignen.

Bevor eine Brücke eingesetzt werden kann, muss der Zahnhalteapparat, also Kieferknochen und Zahnfleisch, frei von Entzündungen sein. Weiter dürfen die Lücken zwischen den Brückenpfeilern nicht zu groß sein, damit die Pfeiler nicht überlastet werden. Ansonsten müssen weitere Pfeiler einbezogen werden.

Bei den Frontzähnen werden Keramikverblend- oder Vollkeramikbrücken verwendet, bei den Seitenzähnen Vollguss- oder Keramikverblendbrücken. Auch bei den Brücken gibt es verschiedene Formen.

Die Endpfeilerbrücke ist sozusagen der Klassiker und die am häufigsten verwendete Brückenform. Dabei ist das Brückenglied zwischen den beiden lückenbegrenzenden, überkronten Pfeilerzähnen angebracht. Bei dieser Brückenform sollte auf eine vernünftige Relation zwischen Ankerzähnen und zu ersetzenden Zähnen geachtet werden, das heißt, dass bei mehreren fehlenden Zähnen die Spanne zwischen den beiden Ankern nicht zu groß wird. Handelt es sich um größere Zwischenräume, werden so genannte mehrspannige Brücken eingesetzt, die durch einen Zwischenpfeiler zusätzliche Unterstützung erhalten.

Bei einer anderen Brückenart fehlt einer der Endpfeiler und das Brückenglied liegt nicht zwischen zwei Pfeilern, sondern ist nur auf einer Seite mit den Pfeilern verbunden. Auch hier sind jedoch mindestens zwei nebeneinanderliegende Anker nötig, um die Brücke zu halten. Um eine zu starke Belastung der Ankerzähne zu vermeiden, sollte das Brückenglied nicht breiter als ein kleiner Backenzahn sein. Diese Form wird Freiend-, Flieger- oder Extensionsbrücke genannt.

In der Regel werden Brücken fest auf den Ankerzähnen zementiert. Bei weit gespannten Brücken besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass sie telekopierend befestigt werden, also auch abgenommen werden können.

Eine Sonderform bilden die Adhäsivbrücken. Während bei normalen Brücken Pfeilerzähne präpariert werden müssen, wird das Gerüst bei dieser Brückenform auf der Hinterseite der beiden lückenbegrenzenden Zähne befestigt. Adhäsivbrücken setzen voraus, dass noch sehr viel gesunde Zahnhartsubstanz vorhanden ist und sind daher nur in seltenen Fällen angezeigt.
Als Pfeiler für Brücken dienen jedoch nicht nur Zähne, auch Implantate können Brücken tragen. Es können aber auch beide Pfeilertypen, Implantate und Zähne, kombiniert werden. Bei dieser Form spricht man von Verbund- bzw. implantatgetragenen Brücken.


Kronen und Brücken stellen einen hochwertigen Zahnersatz dar. Mit deren Hilfe wird nicht nur das Kauvermögen wiederhergestellt bzw. erhalten, sondern auch die Ästhetik und die Sprachfunktion eines Menschen. Kronen und Brücken werden in der Regel fest zementiert und zeichnen sich durch eine lange Haltbarkeit aus – sie kann im Einzelfall bis zu 20 Jahren betragen. Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass Kronen und Brücken von den Patienten wie die eigenen Zähen erlebt werden und oft nicht als Zahnersatz empfunden werden.


Inlays

Inlays (oder Onlays) sind Zahnfüllungen, die im Labor passgerecht für den jeweiligen Zahn gefertigt werden. Diese so genannten Einlagefüllungen sind zum Teil länger haltbar als plastische Füllungen. Inlays können aus Metall, Keramik oder Kunststoff bestehen.

Keramik-Inlays führen bei größeren Defekten an den Seitenzähnen zu den langlebigsten und aus ästhetischer Sicht besten Ergebnissen. Keramik-, wie auch alle anderen Einlagefüllungen, können nicht im Mund verarbeitet werden. Nachdem der Zahn speziell beschliffen wurde, wird eine Abformung genommen. Im Dental-Labor fertigt der Zahntechniker die Inlays passgenau an und passt sie farblich an die natürlichen Zähne an. Anschließend werden sie mit Hilfe eines zahnfarbenen Komposits (zahnfarbene Kunststofffüllung) in den Zahn eingesetzt. Keramik-Inlays zeichnen sich durch eine hohe Kaustabilität aus und weisen fast keinen Materialabrieb auf. Optisch sind sie kaum vom natürlichen Zahn zu unterscheiden.

Eine schnellere Alternative zum Anfertigen der Inlays durch den Zahntechniker bietet das so genannte Cerec-Verfahren. Eine Spezialkamera nimmt dabei den präparierten Zahn auf. Mit Hilfe dieser Daten entwirft ein Computer das Inlay und fräst es aus einem Keramikblock. Bei diesem Verfahren kann der Zahnarzt das Inlay noch in der selben Sitzung einsetzen.

Vor- und Nachteile der Versorgung mit Inlays hängen von deren Farbe und Härte ab. Keramik etwa kann z.B. sehr gut an das natürliche Aussehen der Zähne angepasst werden und ist sehr langlebig. Unterschiede zwischen den Inlays gibt es auch bei der Befestigung: Während Gold-Inlays mit Zement am Zahn befestigt werden, werden die Inlays aus Komposit oder Keramik mit Komposit fixiert. Dieser kann unterhalb des Zahnfleisches oft nur schwer aushärten. Ein genereller Nachteil der Versorgung mit Inlays ist, dass für das Beschleifen des Zahns relativ viel gesunde Zahnsubstanz verloren geht, so dass häufig eine Versorgung mit einem plastischen Füllungsmaterial (Komposit, Amalgam) die zahnsubstanzschonendere Alternative darstellt. Welches und ob ein Inlay im Einzelfall in Frage kommt, sollte der Patient daher gemeinsam mit dem Zahnarzt entscheiden.


Zahnschmuck

Modeerscheinungen machen heute auch vor den Zähnen nicht halt. Mit Zahnschmuck lassen sich immer mehr Menschen, vor allem junge, die Zähne verzieren.

Auch in puncto Zahnschmuck gibt es verschiedene, zum Teil sehr umstrittene Varianten. Zahncaps etwa sind Kappen, die meistens über die oberen Frontzähne gestülpt werden. Sie sind in der amerikanischen Rap-Szene weit verbreitet. Doch Vorsicht! Das Tragen und Entfernen von Zahncaps kann zu erheblichen Schäden an Zähnen und Zahnfleisch führen.

Unbedenklicher als Zahncaps, aber dennoch nicht ganz unumstritten, ist Zahnschmuck, der vom Zahnarzt fachgerecht angebracht wird. Dazu gehören beispielsweise so genannte Dazzler. Das sind dünne Goldfolien, die als Buchstaben oder Figuren angeboten werden. Twickels sind etwas dicker als Dazzler und bestehen aus 24-krätigem Gold. Skyces dagegen sind aus Kristallglas. Sie gibt es in unterschiedlichen Größen und Farben. In manchen Fällen werden auch echte Brillanten an den Zähnen angebracht.

Diese Art von Zahnschmuck wird in der Regel nur oberflächlich mit Hilfe eines speziellen Verfahrens angeklebt: Zunächst wird die Zahnoberfläche gründlich gereinigt. Dort, wo der Zahnschmuck sitzen soll, wird der Zahnschmelz mit einer speziellen Säure angeätzt. Mit einem Kunststoffkleber wird anschließend das zuvor angepasste Schmuckstück auf den angerauten Zahnschmelz gesetzt. Bei fachgerechter Anwendung verschließt der flüssige Kunststoff die durch das Aufrauen veränderte Oberfläche. Mit einem speziellen Licht härtet der Zahnarzt den Kunststoff aus. In ähnlicher Wiese werden auch die bei einer kieferorthopädischen Behandlung verwendeten Brackets (eine Art festsitzende Zahnspange) befestigt. Der auf diese Weise angebrachte Zahnschmuck kann bis zu drei Jahren halten und in der Regel problemlos wieder entfernt werden.

Solcher Zahnschmuck ist jedoch aus zahnärztlicher Sicht nicht unumstritten, denn die Schmuckstücke bieten Kariesbakterien zusätzlichen Raum und erfordern daher eine sehr gründliche Mundhygiene. Darüber hinaus geht durch das Anätzen des Zahnschmelzes gesunde Zahnsubstanz verloren. Dies bedeutet zwar in der Regel für den Zahn keine ernstzunehmende Gefahr, trotzdem sollte man sich darüber bewusst sein, dass bei einer solchen Aktion gesunde Zahnsubstanz angegriffen wird. In jedem Fall sollte ein solcher Eingriff von einem Zahnarzt durchgeführt werden.

Höchste Vorsicht ist geboten, wenn für die Anbringung des Zahnschmucks eine Mulde in die Zahnoberfläche gefräst werden muss. Eine solche Methode hinterlässt bleibende Schäden am Zahn und begünstigt die Bildung von Karies.

 


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