Ernährungsempfehlungen für Kinder
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Ernährungsempfehlungen für Kinder

Lust auf Süßes seit Urzeiten

Viele Menschen haben eine Vorliebe für Süßes. Kinder ganz besonders. Das süße Geschmackssignal zeigt uns seit Urzeiten, welche Beeren, Früchte und andere Pflanzenteile ungiftig und bekömmlich sind. Auch Muttermilch schmeckt leicht süß. So sitzt das menschliche Urempfinden für Süßes in unserem Unterbewusstsein und lässt sich nicht einfach umpolen.

Verführung zu Süßem

Allerdings gibt es heute ein Überangebot an zuckerhaltigen Lebensmitteln. Naschwaren, gesüßte Getränke und Speisen enthalten besonders viel Zucker und schaden den Zähnen. Der bevorzugte Geschmack, beigelegtes Spielzeug und lustig bunte Verpackungen machen süße Snacks und Softdrinks für Kinder besonders attraktiv. Werbeetats in Milliardenhöhe sorgen für einen hohen Bekanntheitsgrad und gleichbleibende Nachfrage. So kommt es, dass die Kleinen trotz der stetigen Aufklärung in Schulen und Kindergärten munter weiter „schlecken“. Denn Kinder können den Nutzen gesunder Zähne in der Zukunft gegenüber dem Verzicht auf das süße Erlebnis „jetzt gleich“ noch nicht Wert schätzen. Sie sind nur sehr kurzfristig motiviert und ziehen den Genuss in der Gegenwart vor.
Umso wichtiger sind die tägliche gründliche Zahnpflege und eine regelmäßige Anwendung von Fluorid.

Zucker und Säure – ein gefährliches Paar

Auch Säuren aus Lebensmitteln greifen die „weichen“ Milchzähne an. Es kommt zu schmerzhaften Erosionen, hässlich gelben Verfärbungen und Karies. Als Kombination mit viel Zucker findet man zahnschädigende Säuren unter anderem in Fruchtgummis, Lollis und Bonbons. Ebenso enthalten sind sie in Softdrinks, Erfrischungsgetränken und Fruchtsäften. Deshalb sollten Fruchtsäfte zum Trinken mit Wasser verdünnt werden. Als Durstlöscher ist klares kohlensäurefreies Mineralwasser am besten geeignet. Limonaden und Eistee sollten nicht täglich, sondern nur ausnahmsweise getrunken werden.

Alternativen statt Verbote

Kinder sollten möglichst selten zuckerhaltige und klebrige Produkte essen. Jedoch ist es unrealistisch, den Zuckerkonsum rigoros zu unterbinden. Bieten Sie ihrem Nachwuchs statt dessen lieber attraktive Wahlmöglichkeiten. Hier unsere Tipps:

  • Reichen Sie ihrem Kind frisches Obst in mundgerechten Stückchen statt Süßigkeiten.
  • Ein attraktiv angerichteter Teller Gemüsesticks, beispielsweise mit Gurken, Karotten oder Cherrytomaten, ist ebenfalls eine willkommene Abwechslung.
  • Bewahren Sie Süßigkeiten für die Kinder unsichtbar und nicht zugänglich auf. So können Sie das häusliche Naschverhalten besser kontrollieren.
  • Bitten Sie auch Bekannte und Verwandte, den Sprösslingen keine Naschwaren mehr zuzustecken, und klären Sie sie über zahngesunde Ernährung auf.
  • Erlauben Sie Süßigkeiten, Kuchen, Desserts und andere zuckerhaltige Speisen möglichst nur zu den Hauptmahlzeiten. Danach Zähneputzen nicht vergessen! Verzichten Sie auf zuckerhaltige Snacks zwischendurch.
  • Wählen Sie beim Einkauf bevorzugt Süßwaren mit dem „Zahnmännchensymbol“. Sie enthalten zahnfreundliche, kalorienarme Zuckerersatzstoffe. Zudem gibt es für Kinder zuckerfreie Zahnpflegekaugummis (mit Kalzium angereichert) und -bonbons. Durch das Kauen wird der Speichelfluss angeregt und die Remineralisation der Zahnsubstanz unterstützt.
  • Achten Sie auf zuckerfreie Getränke! Durstlöscher Nummer 1 sollte klares, kohlensäurefreies Wasser sein.
  • Oft enthalten Tabletten, Hustensäfte und andere Mund- und Rachentherapeutika für Kinder viel Zucker. Bitten Sie ihren Haus- oder Kinderarzt, zuckerfreie Medikamente zu verschreiben.


Gute Zähne brauchen gesundes Essen

Ab der Geburt bis zum 12. Lebensjahr findet die Schmelzbildung für die Kronen der bleibenden Zähne statt. In dieser Zeit ist die Versorgung der Kinder mit Kalzium, Phosphor und Vitamin D besonders wichtig. Diese Nährstoffe sind ausschlaggebend für die optimale Bildung und Strukturierung des Zahnschmelzes. In der untenstehenden Tabelle finden Sie zahnfreundliche Lebensmittel für ihre Kinder sowie Speisen, die einen hohen Gehalt dieser Nährstoffe enthalten.

Empfehlenswerte Nahrungsmittel

 

  • Zuckerfreie Getränke wie Trinkwasser, stilles Mineralwasser, ungezuckerte Kräutertees
  • Kalorienarme Süßwaren mit Zuckeraustauschstoffen und zahnfreundlichen Süßungsmitteln
  • zuckerfreie Zahnpflegekaugummis und -bonbons
  • Milch- und Milchprodukte
  • Frisches Obst und Blattgemüse
  • Vollkornprodukte, wie Vollkornbrot und -brötchen, Vollkornnudeln, Naturreis, Getreideflocken, ungesüßtes Müsli, Kleie
  • Ei
  • Fleisch
  • Fisch

 

Alternativen zu Milchprodukten bei Milchzucker-Unverträglichkeit

Einige Menschen vertragen keinen Milchzucker. Besonders Kinder leiden an dieser Milchzucker-Unverträglichkeit oder -Intoleranz. Für viele Betroffene bedeutet das, dass Sie milchzuckerhaltige Lebensmittel ganz meiden müssen. Andere wiederum kommen mit kleinen Portionen milchzuckerhaltiger Speisen gut klar.
Bei vollständiger Milchzucker-Unverträglichkeit benötigt man detektivisches Gespür: Den verschiedensten Lebensmitteln und Speisen wird Milchpulver beigegeben. Insbesondere Fertigprodukte sowie Fleisch- und Wurstwaren sind mit Vorsicht zu genießen. Auch Ihre Hausapotheke sollten Sie gründlich durchforsten, da viele Arzneimittel Laktose (Milchzucker) enthalten.
Viele Betroffene vertragen jedoch Sauermilchprodukte gut. Kleine Mengen Milchprodukte, insbesondere Käse, helfen den Körper mit Kalzium zu versorgen. Weitere kalziumreiche Lebensmittel finden Sie unter. Probieren Sie also mit kleinen Mengen aus, ob ihr Kind Buttermilch, Joghurt, saure Sahne, Speisequark, Kefir oder Dickmilch verträgt. Die darin enthaltenen Milchsäurebakterien bauen den Milchzucker in erheblichem Umfang ab. Auch reifer Hartkäse enthält nur noch sehr wenig Laktose, dafür aber besonders viel Kalzium. Da die Verträglichkeit individuell ganz unterschiedlich ist, sollten Sie die Reaktion mit nur kleinen Portionen austesten.
Relativ neu auf dem Markt sind eine Reihe von Milchprodukten, bei denen der Milchzucker während des Verarbeitungsprozesses entfernt wurde. Es befindet sich sogar eine laktosefreie Milch darunter. Fragen Sie beim Einkaufen nach – diese Artikel sind sogar zum Teil im Supermarkt erhältlich.
Eine Alternative zu Milchprodukten bietet die Verwendung von Lebensmitteln, die auf Soja- oder Getreidebasis hergestellt werden. Auch diese Nahrungsmittel sind laktosefrei. So ist im Lebensmittelhandel eine breite Palette an Sojaerzeugnissen erhältlich, die herkömmliche Milchprodukte ersetzen können, zum Beispiel Sojadrinks, Puddings und Sahneersatz. Reis- und Getreidedrinks sind dagegen noch eher unbekannt. Aus gemahlenem Reis oder Hafer wird ein milchähnliches Getränk hergestellt, interessant zum Beispiel auch für Menschen, die gegen Soja allergisch sind. Achten Sie beim Einkauf stets auf mit Kalzium angereicherte Produkte.

 


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